«Danke, es geht mir gut», sagt Veronika Roos (*1972) beim morgendlichen Kaffee und Gipfeli in der Bar à vin, der Kronen-Bar in Solothurn. «Ich finde, es herrscht eine gute Stimmung in der Stadt und auch in unserem Team. Man merkt, dass viele, die dabei sind, das schon länger machen und viel Erfahrung haben», lacht sie.

Ganz anders halt, als sie selbst. Denn sie erlebt als Leiterin der Geschäftsstelle die Solothurner Filmtage zum ersten Mal. «Ich arbeite zwar schon seit März 2018 für die Filmtage». Damals hat sie das Amt von Stefanie Schüpbach übernommen. «Zunächst ging es darum, meine Arbeitsumgebung und die neuen Aufgaben kennen zu lernen. Bald darauf folgten der Jahresabschluss, die Mitgliederversammlung des Vereins Schweizerische Gesellschaft Solothurner Filmtage; das Erstellen des Jahresberichts und die Budgetierung der jetzigen Filmtage. Oder man sprach mit Sponsoren oder anderen Vertragspartnern. So konnten wir zum Beispiel die Swisscom als neue Hauptsponsorin gewinnen», erzählt sie über ihre ersten Aufgaben. «Ab November dann, als das Filmprogramm feststand, ging es dann so richtig los». PR- und Werbemassnahmen aufgleisen, Medienkonferenz organisieren, Einladungen verschicken... Und jetzt, während der Filmtage ist sie oft als Repräsentantin bei unterschiedlichsten Anlässen im Einsatz. «Alles was nicht direkt künstlerisch-filmische Inhalte betrifft, ist bei mir angesiedelt.»

Veronika Roos arbeitete vor «Solothurn» neuneinhalb Jahre als Generalsekretärin für Swiss Paralympic. Sie vergleicht: «Auch dort beschäftigte ich mich mit Sponsoren, Medien und natürlich mit den Athleten und den Paralympics. Nun hat sich meine Arbeit von einem sportlichen, hin in einen kulturellen Bereich verlagert. Es handelte sich um eine ähnlich eingefleischte Interessengruppe».Mit den Filmleuten zu arbeiten mache ihr viel Spass.

Die Oensinger freuen sich

«Ich bin die typische Quereinsteigerin», beschreibt die gebürtige Obwaldnerin, die in Sarnen aufgewachsen ist, ihren Werdegang und fügt an: «Besonders die Verwandtschaft meiner Mutter, die aus Oensingen stammt, hat sich sehr gefreut über mein neues berufliches Engagement». Nach der Schulzeit habe sie das Lehrerseminar besucht, auch ein paar Jahre unterrichtet und dann sei sie für ein Austauschjahr nach Ghana gegangen. «Bei der Rückkehr studierte ich Kommunikationswissenschaften in Lugano und arbeitete danach bei der DEZA, der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit des Bundes.» So kam es, dass sie ihren Wohnort nach Bern verlegte. Dort lebt sie heute noch.

Unterrichten, Entwicklungszusammenarbeit, Sport und jetzt Kultur – Veronika Roos hat schon vieles gesehen. «Ich bin eben sehr vielseitig interessiert und immer wieder offen für Neues», sagt sie. Als regelmässige Kinogängerin habe sie die Solothurner Filmtage gekannt, auch hin und wieder mal besucht. «Jetzt ist es für mich eine der grössten Aufgaben, zur Insiderin zu werden und die Akteure der Branche persönlich kennenzulernen». Der Festival-Flow, das Gefühl, das sich einstellt, wenn eines nach dem andern kommt und alles glatt läuft, geniesse sie sehr. «Und dann ist es auch gut, wenn wir Feedbacks bekommen, was gut oder weniger gut lief, um dann im nächsten Jahr alles noch besser zu machen.»