Der Weissensteintunnel ist stark sanierungsbedürftig. Es braucht eine Investition von schätzungsweise 170 Mio. Franken, wenn er weitere 50 Jahre lang benutzt werden soll. Das ist seit Längerem bekannt.

Das Bundesamt für Verkehr erteilte aber der Betreiberin BLS auch den Auftrag zu untersuchen, wie viel ein befristeter Weiterbetrieb des Tunnels kosten würde. Dies, um mehr Zeit für die Planung einer allfälligen Sanierung des Tunnels zu erhalten, der eigentlich nur noch bis ins Jahr 2016 benutzt werden darf.

Mit Verweis auf diesen Auftrag hatte der Berner Nationalrat Jean-Pierre Graber von Leuthard wissen wollen, wie viel Geld diese Notmassnahmen kosten würden.

Leuthard sagte dazu auch, dank der erwähnten Notmassnahmen käme es allenfalls in Frage, der BLS für jeweils zwei weitere Jahre eine Betriebsbewilligung zu erteilen. Dies allerdings nur dann, wenn keine unerwarteten Schäden auftreten würden und eben nur bis zum Jahr 2020.

Nicht Teil eines erweiterten Angebots

Graber wollte auch wissen, ob der Bundesrat "den Tunnel als notwendigen Bestandteil einer eventuellen Erweiterung des Bahnangebots zu erhalten" gedenkt.

Dieser Idee gab Leuthard eine klare Absage. Angesichts des Kostendeckungsgrads der Linie von lediglich 16 bis 22 Prozent in den letzten Jahren komme das nicht in Frage, sagte die Bundesrätin.

BLS überprüft Kostenschätzung

Ob die Sanierung des Weissensteintunnels wirklich 170 Mio. Franken kostet, wird die BLS in den nächsten Monaten noch vertieft abklären. Das gaben sie und der Kanton Solothurn im Mai bekannt. Die Ergebnisse sollen die Grundlage sein für die weiteren Entscheide rund um diesen Bahntunnel.

In der Region gibt es Widerstand gegen die geplante Aufhebung des Tunnels. Die Alternative ist die Umstellung der Linie auf Busbetrieb.