«Geblitzt»

Polizei hat 2015 mit Radarkontrollen eine Million Franken mehr verdient

Bei der Radaranlage in Oberbuchsiten tappen Jahr für Jahr tausende Lenker in die Falle. (Archiv)

Bei der Radaranlage in Oberbuchsiten tappen Jahr für Jahr tausende Lenker in die Falle. (Archiv)

Im Kanton Solothurn hat es 2015 rund 280'000 mal geblitzt. 22,9 Mio. Franken verdiente der Kanton mit Ordnungsbussen. 90 bis 95 Prozent dieses Betrages gehen auf Radargeräte und Rotlicht-Blitzer zurück.

Die Solothurner Radaranlagen haben der Kantonskasse auch 2015 einen Millionensegen beschert: 22,9 Mio. Franken verdiente der Kanton mit Ordnungsbussen. Das waren 1,1 Mio. Franken mehr als im Jahr zuvor. 2014 waren es 21,8 Mio., 2013 19,7 Mio.). 90 bis 95 Prozent des Betrages gehen auf Radargeräte und Rotlicht-Blitzer zurück.

Während die Kantonspolizei 21,1 Mio. Bussengelder einnahm, steuerten die drei städtischen Polizeikorps in Solothurn, Olten und Grenchen 1,8 Mio. Franken bei. Sie liefern ihre Bussen im Rahmen des Zusammenarbeitsvertrags zwischen Stadt- und Kantonspolizei an den Kanton ab.

280'000 mal hat es geblitzt

Rund 280'000 mal hat es 2015 im Kanton geblitzt. Und am erfolgreichsten ist die Polizei dabei, wenn sie mit mobilen Anlagen selbst ausrückt. Denn die mobilen Laser- oder Stativ-Anlagen haben vergangenes Jahr 131 000 mal geblitzt und dies bei «nur» 1,84 Mio. gemessenen Fahrzeugen. Das ist eine Erfolgsquote von 7,15 Prozent.

Zum Vergleich: Die vier Anlagen auf der Autobahn sind viel weniger produktiv. Sie haben fast 34 Mio. Fahrzeuge gemessen, doch nur 61'000 sind hängen geblieben.

Welche Blitzkästen rentieren im Kanton Solothurn am meisten?

Welche Blitzkästen rentieren im Kanton Solothurn am meisten? Der Beitrag von TeleM1.

Offenbar weiss man inzwischen ziemlich gut, wo die Anlagen stehen. Das zeigt sich bei allen fest installierten Anlagen. So geht bei der festen Radaranlage auf der Autobahn bei Oberbuchsiten (Fahrtrichtung Zürich) gerade einmal einer von Tausend Autofahrern ins Netz.

Dennoch spülte die Anlage einiges an Franken in die Kasse: In beiden Fahrtrichtungen tappten insgesamt 33'356 Fahrzeuglenker in die Radarfalle. Diese Radaranlage auf Oberbuchsiter Boden ist damit unangefochten auf Platz 1. Keine andere fixe oder semistationäre Anlage hat 2015 mehr Fahrzeuge geblitzt.

Auf Platz 2 folgt die Anlage auf der A5 bei Biberist. Hier wurden 27'887 Lenker erfasst, die zu schnell unterwegs waren. Das sind 4'697 mehr als im Vorjahr.

Bei den semistationären Anlagen wurden ebenfalls mehr Lenker geblitzt. Von den 6'572'648 gemessenen Fahrzeugen waren 1,2 Prozent zu schnell unterwegs (16'238).

Bürenstrasse, ein «Goldesel»

Unter den fix installierten Anlagen abseits der Autobahnen erweist sich der Blitzer an der Solothurner Bürenstrasse als «Goldesel». Er hat 2015 6530 mal zugeschlagen, gefolgt von der Anlage an der Solothurnerstrasse (Fahrtrichtung Solothurn) in Olten, die 1206 mal wegen zu hoher Geschwindigkeit blitzte.

Messungen mit fixen Anlagen (innerorts)

«Stammtisch-Vorwurf» sei falsch

4001 Stunden standen mobile Anlagen an den Strassenrändern. Ganze 14 500 Stunden waren die semistationären Anlagen im Einsatz.

Dabei handelt es sich um einen Anhänger, der an der Autobahn aufgestellt wird oder auf Wunsch von Gemeinden an sensiblen Orten, etwa bei Schulen. Die Polizei besitzt zwei solche Anhänger.

Kapo-Kommandant Thomas Zuber will den «Stammtisch-Vorwurf», dass die Polizei besseres tun könnte als zu blitzen, nicht gelten lassen. Denn gerade die Anhänger lassen sich für ein oder zwei Tage abstellen. Damit werde relativ wenig Personal gebunden, aber trotzdem können Geschwindigkeitskontrollen über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. (nac/ldu)

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