14 neue Züge
RBS vergibt Grossauftrag an Stadler Rail

Der Regionalverkehr Bern-Solothurn investiert 134 Millionen Franken in 14 neue Züge. Die ersten vierteiligen Niederflur-Triebzüge sollen ab Ende 2018 auf der Linie S7 eingesetzt werden.

Franz Schaible
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So sieht der neue Zug aus, welcher schrittweise ab Ende 2018 auf der Strecke S7 zwischen Bern und Worb eingesetzt wird

So sieht der neue Zug aus, welcher schrittweise ab Ende 2018 auf der Strecke S7 zwischen Bern und Worb eingesetzt wird

zvg

Erneut hat der Schweizer Zugbauer, die Stadler Rail Group mit Hauptsitz in Bussnang, einen Grossauftrag aus der Region erhalten. Der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) hat beim Thurgauer Schienenfahrzeughersteller 14 neue Züge für den Einsatz zwischen Worb und Bern bestellt. Die Beschaffungskosten inklusive Reserveteile betragen insgesamt 134 Millionen Franken, teilte der RBS mit. Das neue Rollmaterial soll die sogenannten «Mandarinli» ersetzen, welche seit gut 40 Jahren die S7 bedienen.

Mit einem Durchschnitt von 24 000 Fahrgästen an Werktagen ist die Strecke im Worblental die nachfragestärkste Linie der gesamten S-Bahn Bern. Ende 2018 soll die erste, 60 Meter lange vollklimatisierte Triebzug-Komposition den Betrieb aufnehmen.

Voraussichtlich 2020 werden alle neuen Fahrzeuge im Einsatz sein. Die Züge werden auf der gesamten Länge durchgängig sein. Da es neu acht Türen pro Zug geben wird, statt wie bisher sechs, können die Fahrgäste schneller ein- und aussteigen. Es stehen 104 Sitz- und 360 Stehplätze zur Verfügung.

«Grösste Fahrzeugbeschaffung»

Stadler Rail habe sich mit ihrem Produkt in einer öffentlichen Ausschreibung gegen einen anderen Hersteller durchgesetzt. «Dessen Namen geben wir nicht bekannt», sagt auf Anfrage RBS-Sprecher Caspar Lösche. Beim Auftrag über 134 Millionen Franken handelt es sich «um die bisher grösste Fahrzeugbeschaffung der RBS», sagt Direktor Fabian Schmid.

Bereits in früheren Jahren half der RBS mit, die Auftragsbücher beim Ostschweizer Schienenfahrzeughersteller zu füllen. In zwei Tranchen kaufte der Bahnbetreiber bei Stadler 14 neue Züge für die Paradestrecke zwischen Solothurn und Bern. Die Niederflur-Express-Triebzüge (Next) verkehren seit 2009 zwischen den beiden Kantonshauptorten. Die Beschaffungskosten beliefen sich nach damaligen Firmenangaben auf insgesamt knapp 120 Millionen Franken. Ist Stadler Rail quasi zum «Hoflieferanten» der RBS geworden? «Nein», sagt Lösche. Stadler Rail habe «einfach das beste Angebot unterbreitet». Beim Vergabeentscheid habe es auch keine Rolle gespielt, dass Stadler ein Schweizer Unternehmen sei.

Kunden durften mitreden

Speziell bei der jetzigen Beschaffung ist, dass die Kunden einbezogen worden seien, erklärt Lösche. Bereits im Herbst 2014 hätten diese ihre Anregungen eingeben können. «Der RBS gewann so wertvolle Inputs, die teilweise direkt in die Ausschreibung einflossen.» Über 600 Ideen seien eingegangen, 100 davon seien weiterbearbeitet worden.

Der Grossteil betraf den Ein- und Ausstieg. Darauf basierend werde etwa die Zahl der Türen erhöht oder ein Countdown zum Schliessen der Türen eingebaut, damit die Fahrgäste genau wissen, wann der Zug abfährt. Vereinzelt sei auch eine Toilette gewünscht worden. Das sei aber aufgrund der kurzen Fahrzeit auf der Hauptpendlerstrecke Bern–Papiermühle-Ittigen kein Thema.