Regierungsratswahlen
Analyse vor den Wahlen: Politexperte sieht die Bisherigen im Vorteil

Remo Ankli, Brigit Wyss und Susanne Schaffner im ersten Wahlgang gewählt: Das ist für den Politaugur Mark Balsiger ein realistisches Szenario. Dahinter wird es spannend.

Balz Bruder
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Die Kandidaten: oben v.l.n.r. die Bisherigen Brigit Wyss (Grüne), Remo Ankli (FDP), Susanne Schaffner (SP), unten v.l.n.r. die Neuen Peter Hodel (FDP), Richard Aschberger (SVP), Sandra Kolly (CVP) und Thomas A.Müller.

Die Kandidaten: oben v.l.n.r. die Bisherigen Brigit Wyss (Grüne), Remo Ankli (FDP), Susanne Schaffner (SP), unten v.l.n.r. die Neuen Peter Hodel (FDP), Richard Aschberger (SVP), Sandra Kolly (CVP) und Thomas A.Müller.

szr

Noch zehn Tage, dann wissen wir, wer den Sprung in die Regierung im ersten Wahlgang geschafft haben wird – und wer in die zweite Runde verwiesen wird. Der Ausgang ist ungewiss. Doch es gibt Politexperten, die sich gern als Auguren betätigen, so wie der Berner Kommunikationsfachmann Mark Balsiger.

Er prognostizierte am Dienstagabend auf Tele M1, Remo Ankli (FDP) und Brigit Wyss (Grüne) würden am 7. März im ersten Wahlgang bestätigt – «und mit grosser Wahrscheinlichkeit» auch Susanne Schaffner (SP). Denn der Bisherigen-Bonus sei die mächtigste Waffe der Wiederantretenden. Auch für jene, die zuweilen hart im Gegenwind stehen. Eben wie Innendirektorin Schaffner, der Balsiger ein gewisses Empathie-Defizit bescheinigte – nicht ohne auf die Last des wohl anspruchsvollsten Departements zu verweisen.

Wie dem auch sei: Hinter den drei Bisherigen wird es nach Dafürhalten des Experten spannend. Eindeutige Vorteile für die eine oder den andern mochte Balsiger dabei nicht ausmachen. Immerhin sieht er bei der CVP die Kandidatur von Sandra Kolly gegenüber jener von Thomas A. Müller aber im Vorsprung. Bekommt Solothurn also eine Regierung mit Frauenmehrheit? Das sei durchaus möglich, meinte Balsiger. Unsicher aber darüber, ob es der CVP gelingen wird, die Doppelvertretung zu halten.

Die Zusammenfassung seiner Einschätzung zu den Regierungsratskandidaten:

Denn die Konkurrenz von FDP und SVP ist stark, obwohl Balsiger ein Fragezeichen hinter das Männer-Duo Peter Hodel / Remo Ankli setzte. Und daran erinnerte, dass es die SVP noch mit keiner Strategie und keiner Kandidatur geschafft hat, in die Exekutive einzuziehen. Das könnte sich allenfalls ändern, denn der «hoch anständige» Richard Aschberger bringe nicht nur einen Leistungsausweis mit, sondern habe sich auch als SVP-Exponent, «der aus anderem Holz geschnitzt ist», profiliert. Und sich dabei mitunter von früheren Aspiranten auf einen Regierungsratssitz emanzipiert.

Dreikampf im zweiten Wahlgang

Summa summarum: Balsiger geht erstens davon aus, dass im ersten Wahlgang wohl drei Sitze vergeben werden. Zweitens davon, dass es im zweiten zu einem Dreikampf zwischen CVP, FDP und SVP kommt. Drittens sieht er bei den Christdemokraten Kolly gegenüber Müller im Vorteil.

Und viertens räumt er der SVP durchaus Chancen ein. Um eine Prognose war der Politexperte allerdings wohlweislich verlegen, denn zweite Wahlgänge hätten «ihre eigene Dynamik», mahnte Balsiger. Am 25. April werden wir mehr wissen.

Burkaverbot kein «Wahltreiber»

Das wird im Fall des Kantonsrats schon am 7. März so sein. Der Politexperte rechnet mit Zugewinnen für Grüne und Grünliberale, sieht die bürgerliche Mehrheit allerdings nicht in Gefahr. Und: Dass die Abstimmung über das Burkaverbot ein «Wahltreiber» für die Bestellung der kantonalen Exekutive und Legislative sein wird, glaubt Balsiger nicht.

Jedenfalls rechnet er nicht mit einer «spezifischen Mobilisierung» der SVP, zumal das Thema auch von Links her stark bewirtschaftet werde. Er rechnet denn auch mit einem knappen Abstimmungsausgang.