Trotz Corona und Hochwasser
Bielersee Schifffahrtsgesellschaft bekommt kein Geld vom Kanton Solothurn

Hochwasser im Sommer, weniger Gäste wegen Corona: Die Bielersee Schifffahrtsgesellschaft schaut auf ein tristes Jahr zurück. Ein Unterstützungsgesuch wurde von der Solothurner Regierung trotzdem abgelehnt. Aus zwei Gründen.

Raphael Karpf
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Die Schiffe der Bielersee Schifffahrtsgesellschaft fahren bis Solothurn.

Die Schiffe der Bielersee Schifffahrtsgesellschaft fahren bis Solothurn.

Urs Lindt

Nein, Thomas Mühlethaler ist im Moment nicht zu beneiden. Der Geschäftsführer der Bielersee Schifffahrtsgesellschaft BSG schaut auf ein tristes Jahr zurück.

Zum einen ist da die allgegenwärtige Pandemie mit den damit verbundenen Einschränkungen. Und zu allem Übel kam im Sommer noch das Hochwasser hinzu, die Schiffe zwischen Biel und Solothurn konnten zeitweise nicht mehr fahren.

Alles in allem rechnet Mühlethaler dieses Jahr mit einem Verlust von fast einer Million Franken, wie er zum «Regionaljournal» von Radio SRF sagte. Die Existenz des Unternehmens sei zwar nicht gefährdet, auch die Arbeitsplätze seien gesichert. Aber sollte das nächste Jahr ähnlich rauskommen, würde es schwierig werden, so Mühlethaler zum «Regionaljournal».

Darum stellte die BSG, nicht nur beim Kanton Bern und beim Bund, sondern auch beim Kanton Solothurn ein Gesuch um finanzielle Hilfe. Und zwar in der Höhe von 250'000 Franken. Die Begründung: In normalen Jahren sei rund ein Viertel aller Passagiere der BSG auf der Aare zwischen Biel und Solothurn unterwegs.

Die Solothurner Regierung hat dieses Gesuch nun abgelehnt. Zwei Hauptgründe nennt sie dafür. Zum einen hat die BSG ihren Hauptsitz in Biel, damit ist nicht der Kanton Solothurn zuständig.

Und zum anderen ist die BSG nicht in ihrer Existenz gefährdet. Bernardo Albisetti, Departementssekretär des Bau- und Justizdepartements zum «Regionaljournal»: «Die Subventionierung eines ÖV-Unternehmens ist möglich, wenn es unmittelbare finanzielle Nöte hat. Das ist bei der BSG nicht der Fall. Darum kann dem Gesuch nicht entsprochen werden.»

Bei der BSG nimmt man's ohne Groll zur Kenntnis. Mühlethaler: «Wir können das akzeptieren. Die Begründung ist nachvollziehbar, es gibt keinen Groll. Es geht halt einfach nicht. Wir werden die schöne Flussfahrt auch nächstes Jahr im Angebot haben.»

Die BSG wird nun auf den Kanton Bern und den Bund zugehen. Von diesen beiden wurde das Unternehmen gemäss «Regionaljournal» bereits vergangenes Jahr unterstützt. Insgesamt mit 600'000 Franken.

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