Jubiläum
Ein Dorffest zur silbernen Hochzeit von Lohn und Ammannsegg

25 Jahre ist es her, seit Lohn und Ammannsegg fusionierten. Eine Erfolgsgeschichte. Das Jubiläum wird mit einem Dorffest gebührend gefeiert.

Urs Byland
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Lohn-Ammannsegg liegt fast vollständig auf einem Südhang.

Lohn-Ammannsegg liegt fast vollständig auf einem Südhang.

Hanspeter Bärtschi

Seit 25 Jahren liegen die Gemeinden Lohn und Ammannsegg im selben Bett. Das soll nun gefeiert werden. Der einheimische Kommunikationsberater Ueli Scheidegger liefert dazu eine Jubiläumsschrift «25 Jahre Lohn-Ammannsegg». Das am Freitag startende Dorffest sei der richtige Rahmen für eine «weitsichtige Fusion», schreibt Gemeindepräsident Markus Sieber im ersten Satz der Jubiläumsschrift. Die Weichenstellung im Jahr 1993 lasse die Gemeinde heute als selbstbewusste und unabhängige Gemeinde dastehen. Mit ihrer Finanzstärke zähle Lohn-Ammannsegg zu den «Klassenbesten» im Kanton. Sieber nennt die Fusion einen mutigen Schritt und er fordert die Einwohner auf: «Lasst uns mutig bleiben.»

Was ihm Sorgen bereite, ist weniger die Fusion als die Zukunft. «Unsere Dorfgemeinschaft verändert sich in den kommenden Jahren als Folge der Generationenwechsel in unseren Quartieren. Dies wird ein Bevölkerungswachstum nach sich ziehen.» Diese Veränderung soll «Aktiv und vorausschauend» begleitet werden, so Markus Sieber.

Die «schnellste» Fusion

In Erinnerung bleibt Walter Keller, 1992 Gemeindeammann von Lohn und ab 1993 der erste Gemeindepräsident von Lohn-Ammannsegg, das Tempo, mit dem die Fusion durchgezogen wurde. In der Jubiläumsschrift schreibt er von der «wohl schnellsten Gemeindefusion landesweit». Von der Initialzündung bis zum Ja an der Urne dauerten es 6 Monate und 3 Tage.

Die Fusion war aber schon 20 Jahre vorher ein Thema. Der erste Anlauf scheiterte 1974 in der Konsultativabstimmung. Anschliessend arbeiteten die Gemeinden in einigen Bereichen wie Schule, Zivilschutz und Friedhofwesen zusammen. 1992 planten die Gemeindebehörden von Lohn und Ammannsegg weitere wesentliche Aufgaben (Feuerwehr, Gemeindeführungsstab, Asylantenbetreuung) in einem Zweckverband zu betreiben. Daraufhin wurde in der Bevölkerung die Idee einer Fusion aufs Tapet gebracht.

An der Konsultativabstimmung am 3. Juni 1992 sprach sich eine grosse Mehrheit der Bevölkerung beider Dörfer für eine Fusion aus. Am 4. November fanden simultane Gemeindeversammlungen mit positivem Ausgang statt. Und bereits am 6. Dezember wurde die Schlussabstimmung an der Urne durchgeführt. In Ammannsegg betrug die Stimmbeteiligung 92,3 Prozent und in Lohn 89,1 Prozent. 57 Prozent der Ammannsegger und 81 Prozent der Lohner stimmten der Fusion zu. Dank dem 1992 neu eingeführten Gemeindegesetz reichte eine einfache statt eine Zweidrittelmehrheit. Am 1. Januar 1993 wurde die Fusion vollzogen.

Ballade zur Wappenabstimmung

Damit wars nicht getan. Wohl lobt in der Jubiläumsschrift Robert Grütter, bis zur Fusion Gemeindepräsident von Ammannsegg und danach vier Jahre lang Gemeinderat in der Fusionsgemeinde, die partnerschaftliche Arbeit der Behörden. Aber einige Hürden waren noch zu überwinden. Lohn-Ammannsegg wurde zum Dorfnamen, weil die Vereine diese Ortsbezeichnung schon lange verwendeten.

Zwei Anläufe brauchte es, um ein Dorfwappen zu finden. Der erste Vorschlag, ein neues Gemeindewappen mit drei Eichen zu schaffen, wurde von der Gemeindeversammlung abgelehnt. Erst ein Jahr nach der Fusion stimmte die Gemeindeversammlung einem Vorschlag klar zu. Übernommen wurden die Symbole der alten Wappen, Eiche für Ammannsegg und Lung für Lohn. Farblich entschied man sich für die Solothurner Farben rot und weiss. Die alten Wappen leben aber in den Bürgergemeinden, die nicht fusionierten, weiter.

Im Sommer 1994 stimmte Walter Keller die Versammlung mit einer abgeänderten Mani-Matter-Ballade (Wilhälm Täll) auf die Wappenabstimmung ein. «Sie hei fürs Dorf es Wappe gsuecht, z’Lohnegg im Mehrzwäcksaal.» Vollständig nachzulesen ist der von Keller abgeänderte Text in der Jubiläumsschrift «25 Jahre LohnAmmannsegg».

Programm Dorffefst 25 Jahre Lohn-Ammannsegg

Mehrzweckhalle, Freitag 31. August bis Sonntag 2. September.

Wichtige Programmpunkte:

Freitag, 18 Uhr, Eröffnung durch Gemeindepräsident Markus Sieber und Eröffnung der speziell konzipierten Ausstellung zur Dorfgeschichte

Samstag, 9 Uhr, «Die schnöuschte LohnEgger Ching», 21 Uhr, Philipp Fankhauser in Concert

Sonntag, 9.30 Uhr, Ökumenischer Gottesdienst.