Gemeindeversammlung
Gerlafingen kauft das Gebäude des Altersheims im Zentrum

Die Gerlafinger Gemeindeversammlung stimmte dem «Pergola»-Kauf und der Jahresrechnung zu.

Gundi Klemm
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Altersheim Pergola in Gerlafingen.

Altersheim Pergola in Gerlafingen.

Hanspeter Bärtschi

Das Altersheim Pergola, mitten im Dorf gelegen, verlagert sich in einen Neubau nach Recherswil. In Kenntnis davon traf der Gemeinderat mit dem Kaufbegehren einen «strategischen Entscheid, bevor die Liegenschaft auf dem freien Markt angeboten wird,» so Gemeindepräsident Philipp Heri. Nach einer Schätzung beträgt der Kaufpreis 1,8 Mio. Franken.

«Wir hatten die Sorge, dass aus dem Haus mit seinen vielen Einzelzimmern eine Problemliegenschaft werden könnte»,

begründete Heri die Kaufabsicht. Schutz und Entwicklung des Dorfkerns, aber auch die vernünftige Verwendung der Liquidität der Gemeindefinanzen sprechen für diesen Schritt.

Zur künftigen Nutzung befindet sich die Gemeinde in Verhandlungen mit einem Anbieter für Betreutes Wohnen. Der mögliche Investitionsbedarf für das Gebäude wird fürs Budget 2022 ermittelt. «Sofern sich keine vernünftige Lösung ergibt, können wir das Haus auch selbst im Markt anbieten», zerstreute Heri Bedenken. Die Mehrheit der 21 anwesenden Stimmberechtigten genehmigte den Kauf.

Ertragsüberschuss mit der Rechnung 2020

Auch der Jahresrechnung 2020 mit einem Überschuss von
1,48 Mio. Franken wurde zugestimmt. Gemeindeverwalterin Marlies Tüscher gab einen Überblick über den in zehn Aufgabenbereiche gegliederten Gesamthaushalt mit einem Ertrag von 31,9 Mio. Franken, wovon sechs besser als budgetiert abschlossen. «Es ist wichtig, dass sich jeder vorstellen kann, wohin das Geld geflossen ist», sagte sie. Der Fiskalertrag ist gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Mio. auf 19,48 Mio. Franken angestiegen. Eine Übersicht zeigt, dass der Personalaufwand für alle Beschäftigten der Gemeinde 39 Prozent ausmacht.

Wegen Aufgabenverschiebungen und günstigerer Abschlüsse investierte die Gemeinde netto rund 519'000 Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad lag bei 693 Prozent. Die Gemeinde verfügt jetzt über ein Eigen-
kapital von 7,4 Mio. Franken, das 2020 bei einem Steuerfuss von 125 Prozent rund 54 Prozent des Steuerertrags entspricht. Die Versammlung verzichtete auf ein ausführliches «Abarbeiten» aller Rechnungspositionen.

Kennzahlen zur Rechnung 2020 von Gerlafingen

Rechnung 2019 Rechnung 2020
Erfolgsrechnung
Gesamtaufwand 40'610 30'374
Gesamtertrag 41'916 31'855
Jahresergebnis 1'307 1'481
Steuereinnahmen nat. Pers. 12'052 12'501
Steuereinnahmen jur. Pers. 1'001 1'291
Übrige Steuereinnahmen 536 556
Gesamtabschreibungen (inklusive Spezialfinanzierung) 1'141 1'196
Investitionsrechnung
Investitionsausgaben 1'984 1'338
Investitionseinnahmen 1'328 819
Nettoinvestitionen 656 519
Weitere Kennzahlen
Steuerfuss nat. Pers. 130 125
Steuerfuss jur. Pers. 130 105
Selbstfinanzierungsgrad 590.77 692.94
Eigenkapitaldeckungsgrad 15.59 29.15
Netto-Vermögen pro Kopf 333
Netto-Schulden pro Kopf 268

Coop bleibt vorerst weitere drei Jahre

An prominenter Stelle neben Gemeindehaus und Post betreibt Coop seit den Siebzigerjahren seine Gerlafinger Niederlassung. Plötzlich erschütterte die Nachricht die Dorfbevölkerung, dass der Gerlafinger Standort aufgelöst werden soll. Begründet wurde dies mit Ertragseinbussen, der inzwischen zu grossen Verkaufsfläche und der guten Abdeckung der Region durch Einkaufszentrum in Kriegstetten, Biberist und Utzenstorf. Seitens der Gemeinde Gerlafingen wurden mit dem Coop-Management mehrere Möglichkeiten besprochen. Inzwischen steht fest, dass die Filiale noch weitere drei Jahre geöffnet bleibt.

Erdverkabelung statt Freileitung

Namens der Interessengemeinschaft IG Erdverkabelung Ge-rlafingen wies Jürg Bauer auf die Einsprachefrist (6. Juli) zum Baugesuch der SBB hin. In der IG sind neben Gerlafingen auch die Gemeinden Recherswil, Obergerlafingen und Zielebach vertreten. Sie alle setzen sich dafür ein, dass die geplante Verlegung der Freileitung, bezeichnet als «Alte Mittellandleitung», die in Gerlafingen durch den südlichen Ortsteil führt, zeitgemäss in Erdverkabelung und nicht erneut
als Freileitung im Zielebacher Feld erfolgt. «Mit einer möglichen Bündelung mit anderen Starkstromleitungen muss die Linienführung überdacht werden», so Bauer. Genau definiert ist die Einspracheberechtigung. Sie kann als Einzeleinsprache oder als unterstützende Ermächtigung für eine allgemeine Einsprache formuliert sein.

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