Gerlafingen
Nach 50 Sitzungen und 2 Kantonalen Vorprüfungen: Ortsplanung soll mithelfen, das Dorf noch lebenswerter zu machen

Rund 50 Sitzungen hatte die Arbeitsgruppe, die sich mit der Ortsplanung beschäftigte. Zwei Mal ist das Werk bereits vom Kanton vorgeprüft.

Gundi Klemm
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Die Lebensqualität in Gerlafingen soll auch künftig hoch bleiben.

Die Lebensqualität in Gerlafingen soll auch künftig hoch bleiben.

Oliver Menge

«50 Sitzungen hat die Arbeitsgruppe Ortsplanungsrevision hinter sich, in denen mit viel Herzblut gearbeitet wurde», betonte Gemeindepräsident Philipp Heri. «Es ging und geht uns um die Stärkung der Lebensqualität in Gerlafingen», doppelte der begleitende, externe Planungsingenieur Martin Eggenberger nach. Er bezeichnete das Ergebnis als die «schönste Ortsplanung meiner ein Vierteljahrhundert umfassenden Tätigkeit».

Kernzone soll gestärkt werden

Die Ortsplanungsrevision wurde bereits zwei Mal beim Kanton vorgeprüft. Im Entwurf, der von der vorhandenen Siedlung und künftigen Bebauungen zum Zonenplan führt, soll das Gerlafinger «Rückgrat» sprich: die Kernzone vom Stahlwerk bis zum Sackmooswald gestärkt werden.

Geregelt sind die Zugehörigkeit zur jeweiligen Bauzone, die Erschliessung und Baulinie, der Netzplan mit Strassenkategorisierung und der Waldfeststellungsplan. Studienaufträge werden für die künftige Nutzung und Aufteilung im Gebiet Zielmatten und im neu eingezonten Areal zwischen Bahnhof, Stahlwerk und BLS-Gleisen vergeben.

Planungsausgleichsgesetz wird greifen

Eggenberger differenzierte, was in den einzelnen Zonen möglich ist und wie die Mischzone mit 50-prozentigem Wohnanteil sich von der Gewerbezone, der Industriezone und der reinen Wohnzone unterscheidet. Vorgenommen wurde die vom Kanton bestätigte neue Umzonung des Bauernhauses an der Wilerstrasse aus der Landwirtschafts- in die Bauzone.

Eggenberger erinnerte an das Planungsausgleichsgesetz, das immer dann greift, wenn ein Grundstück verkauft oder mit einem Bauwerk beplant wird, wie Bauverwalter Ewald Kaiser präzisierte. Aus der 40-prozentigen Abgabe könnten 4 Mio. Franken in einen für Ausgleichsmassnahmen zweckgebundenen Topf fliessen.

Ansprechendes Zentrum zum Flanieren

Wichtige Themen der Ortsplanungsrevision sind die Dichte der Bebauungen, der Erhalt von Freiräumen, der Ortsbildschutz, der Schutz von Naturobjekten wie Hecken und des Gewässerraums und die Verkehrslenkung. «Wir hoffen, dass es uns gemeinsam mit dem Kanton gelingt, eine ansprechende Gestaltung mit Geschäften und Trottoirs längs der Kantonsstrassen zu ermöglichen. Denn ein lebendiges Dorf braucht flanierende Laufkundschaft», unterstrich Eggenberger einen weiteren Effekt der Ortsplanung «für ein lebenswertes Gerlafingen».

Ruetsch nimmt Wahl nicht an

Werner Rutsch (FDP) war drei Legislaturen lang eine sachkundige Stimme im Gemeinderat. Nominiert für die vierte Amtszeit wurde er mit gutem Ergebnis gewählt. Mit Mitteilung an den Gemeindepräsidenten entschied er sich jedoch, die Wahl nicht anzunehmen. Heri dankte ihm für seine kompetente Arbeit vor allem im Finanzbereich.

Nicht ganz zufrieden waren seine Ratskollegen über diesen plötzlichen Entschluss. Vizepräsident Thomas Wenger (SVP) zog das Gemeindegesetz heran, dass einen solchen Rücktritt nicht zulasse und nannte dieses Verhalten «einen Beschiss am Wähler». Dem schloss sich Fabian Jordi, SP-Fraktionschef, uneingeschränkt an.

Da nicht infrage komme, einen Amtszwang auszuüben, nahm der Gemeinderat schliesslich mit 5:4 bei 1 Enthaltungen die Demission an. Der anwesende Werner Rutsch begründete seinen Schritt nicht. Neuer Gemeinderat ist nun Stefan Reinhart.

Reglement für Geldanlagen

Gemeindeverwalterin Marlies Tüscher hat gemeinsam mit der Finanzkommission ein Reglement für Geldanlagen der Gemeinde entwickelt. Lediglich die Stadt Olten verfügt über eine derartige strategische Grundlage.

Der Gemeinderat stimmte dem Reglement zu. Er nahm zudem einen Antrag von Regula Jordi-Nyffenegger an: Künftig wird ein Trio aus Gemeindepräsident, Finanzverwalterin und Fiko-Chef über die Platzierung von lang- und mittelfristigen Geldanlagen entscheiden.

Mit Geschenk und ehrenden Worten verabschiedete der Gemeindepräsident die langjährigen Ratsmitglieder: Fabian Jordi, Werner Rutsch, Manuela Blaser. Nadja Lüthi, Markus Müller und Thomas Zumsteg.

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