Kommentar
Gemeinderat Zuchwil: Das richtige politische Gespür setzte sich durch

Zuchwiler Verwaltungsangestellte Tamara Mühlemann Vescovi wurde zur CVP-Gemeinderätin der Gemeinde gewählt. Dass der Gemeinderat ihr das Amt verweigert ist positiv zu würdigen.

Urs Byland
Urs Byland
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Der Gemeinderatsentscheid ist positiv zu würdigen. Erstens wird der Dienst- und Gehaltsordnung nun Nachachtung verschafft. Es ist ein Verdienst der SVP Zuchwil, die hartnäckig darauf drängte, dass der vergessene Paragraf eingehalten wird. «Die machen ja sowieso, was sie wollen», kann in diesem Fall nun wahrlich nicht behauptet werden. Aber warum nur kannte niemand diesen Paragrafen?

Trotzdem hätte der Gemeinderat dem politischen Mandat der Verwaltungsangestellten «pragmatisch» sein Plazet geben können. Das tat er aber nicht. Er stellte sich der Grundsatzfrage, ob Verwaltungsangestellte auch ein Gemeinderatsamt im gleichen Dorf übernehmen dürfen. Eine klare Mehrheit befand, das sei nicht im Sinne des hierzulande geübten politischen Systems. In der Tat: Wer hätte nicht ein mulmiges Gefühl, wenn ein Verwaltungsangestellter auch noch im Gemeinderat sitzen würde? Könnte er unabhängig über Geschäfte entscheiden, die meist in irgendeiner Form mit der Verwaltung zu tun haben? Würde da nicht ständig Misstrauen geschürt?

Auch wenn Vorabklärungen ergaben, dass die Konstellation möglich gewesen wäre, fehlte zu lange der Wille, einem gesunden Rechtsempfinden zu folgen. Erst am Ende setzte sich das richtige politische Gespür durch.

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