Messen
Messen hat eine neue Pfarrerin

Die reformierte Kirchgemeinde Messen hat mit Christine Dietrich eine neue Pfarrerin. Der Kirchgemeinderat beendet damit die Zwischenlösung.

Urs Byland
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Die Pfarrerin wurde schon gewählt.

Die Pfarrerin wurde schon gewählt.

Hanspeter Bärtschi

Messen hat mit Christine Dietrich eine neue Pfarrerin: Nach Monaten des Interregnums haben die Reformierten wieder eine gewählte Pfarrerin. Die Wahl war nicht selbstverständlich, denn Christine Dietrich ist in der Vergangenheit als Autorin in einem islamkritischen Blog aufgefallen.

Das war vor einem Jahrzehnt. Damals arbeitete sie noch als Pfarrerin von Siselen und Finsterhennen. Die Kirche wie auch der Kanton eröffneten eine Untersuchung, stellten die Verfahren indes ein, weil sich der Verdacht, die Frau könnte sich mit ihren Äusserungen strafbar gemacht haben, nicht erhärtete. Die Berner Kirche nahm die Frau gleichwohl ins Gebet und untersagte ihr 2012, weiter für dieses Internet-Portal zu schreiben.

Daran hat sich die Pfarrerin gehalten. Die ganze Angelegenheit kam im vergangenen Jahr neuerlich auf, als Christine Dietrich ihre Pfarrstelle in Kleinhüningen kündigte und auch als Kirchenrätin zurücktrat. Die Anfeindungen ihrer Person waren ihr zu viel geworden.

Präsidentin will nicht kommentieren

Nun also die Wahl zur Pfarrerin im beschaulichen Messen. Die Präsidentin des Kirchgemeinderates, Sibylle Graber, will die Wahl von Christine Dietrich zur neuen Pfarrerin der reformierten Kirchgemeinde Messen nicht kommentieren. «Da gibt es nichts zu sagen», erklärt sie. Die Wahl sei bereits erfolgt.

Wenn Medien nicht immer über die Vergangenheit von Dietrich berichten würden, wäre es kein Thema, deshalb wolle man auch nichts dazu kommunizieren. Messen stehe mit der ganzen Belegschaft hinter dieser Wahl.

Christine Dietrich erklärt, sie reagiere inzwischen allergisch auf das Thema.

«Ich wurde so verletzt und durch den Dreck gezogen, das hat nichts mehr mit Objektivität und Fairness zu tun.»

Sie habe sich längst von ihrer Vergangenheit losgesagt.

Im Kirchgemeinderat sei diese sehr wohl diskutiert worden. Und auch an der Gemeindeversammlung, an der ihre Wahl durch den Kirchgemeinderat bestätigt wurde, sei über diese Vergangenheit informiert worden.