Adnan Mursula ist süchtig. Nicht nach Drogen oder Alkohol, sondern nach Red Bull. Bis zu zehn Dosen nimmt der er täglich zu sich. Als Musiker nichts ungewöhnliches, denn: «Ich arbeite sehr viel und da brauche ich ab und zu einen Energieschub», erklärt Mursula. Unter seinem Künstlernamen Ay Dee produziert er Songs wie «Paper Love», die auf dem Musikportal Youtube über 100'000 gespielt wurden. Auch mit Musikgrössen wie der deutschen Band Culcha Candela oder Shaggy arbeitete er bereits zusammen. 

Paper Love

Paper Love

Doch am 20. September wurde ihm die Sucht nach Energydrinks zum Verhängnis, wie «Blick» berichtet: Gegen 17.30 Uhr ist er mit seinem Sohn, seiner Frau und seinem Bruder im Auto unterwegs, als ihn die Polizei in Biberist anhält. «Sie haben einen Alkohol- und Drogentest angeordnet», erinnert er sich gegenüber dieser Zeitung. Der Alkoholtest erweist sich als negativ, der Drogentest zeigt jedoch Amphetamine an. «Ich war schockiert», erzählt Mursula. «Ich erklärte den Polizisten, dass da ein Fehler vorliegen müsse, denn ich habe an diesem Tag nur Red Bull getrunken.»

Nicht das erste Mal

Denn es ist nicht das erste Mal, dass ein Drogentest bei ihm positiv ausfällt. «Vor einem Jahr konnte ich dem Polizisten erklären, dass ich nur Red Bull getrunken habe. Anschliessend hat er mir mit der Taschenlampe in die Augen geleuchtet und mich weiterfahren lassen.» Nicht so dieses Mal. Die Polizei ordnet einen Blut- und Urintest an. «Sie haben mich wie einen Verbrecher behandelt», erzählt der Musiker genervt. «Ich musste auf einer Linie gehen und mit dem Finger auf meine Nase tippen. Ein riesiges Theater.»

Seinen Führerschein musste er an dem Abend ebenfalls abgeben, erst nach rund zwei Wochen erhält er ihn zurück. Für den 34-Jährigen ärgerlich, denn er ist auf sein Auto angewiesen. «Ich bin Musiker und Produzent, ich muss ins Tonstudio und an Termine fahren können.» 

Aussergewöhnlicher Fall

Auch für Andreas Mock, Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn, ist dies ein ungewöhnlicher Fall. «Wir sprechen hier ganz klar von einer Ausnahmesituation», erklärt Mock. «In den meisten Fällen bestätigt ein Bluttest den vorangegangenen Drogentest. Aufgabe der Polizei ist es, bei Verdacht Lenker auf ihre Fahrtauglichkeit zu überprüfen. Wir machen auch mehrheitlich positive Erfahrungen mit unseren Geräten.» 

Für den Musiker ist die Sache allerdings noch nicht vom Tisch. «Es ist unverschämt, wie die Polizei mit mir umgegangen ist. Ich werde juristische Schritte prüfen.»