Aeschi
Zuhause für Seele und Fledermäuse: Das Steinhöfer «Chüuchli» erstrahlt in neuem Glanz

Den Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Kapelle in Steinhof wurde gebührend gefeiert.

Marlene Sedlacek
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Einweihung der renovierten Kapelle Steinhof
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Viele Besucherinnen und Besucher wohnten dem Einweihungsakt für die sanierte Kapelle in Steinhof bei.
Von den 300'000 Franken, die das Projekt gekostet hatte, war der grösste Teil durch Spenden zusammengekommen.
Der katholische Pfarrer Beat Kaufmann und die reformierte Pfarrerin Monika Garruchet vor der Kapelle
Eigentlich hätte die Renovation nach Ostern beginnen sollen
Einweihung der Kapelle Steinhof
Kapelle Steinhof wird eingeweiht
Der katholische Pfarrer Beat Kaufmann und die reformierte Pfarrerin Monika Garruchet führten durch den Gottesdienst
Kapelle Steinhof wird eingeweiht
Kapelle Steinhof wird eingeweiht
Für den gebührenden feierlichen Rahmen sorgte der Kirchenchor Aeschi unter der Leitung von Robert Flury
Begleitet wurde er von Susanne Baumgartner am E-Piano.
Kapelle Steinhof wird eingeweiht
Kapelle Steinhof wird eingeweiht
Kapelle Steinhof wird eingeweiht
Kapelle Steinhof wird eingeweiht
Kapelle Steinhof wird eingeweiht

Einweihung der renovierten Kapelle Steinhof

Hansjörg Sahli

Zu einem ganz speziellen Bettagssonntag begrüssten der katholische Pfarrer Beat Kaufmann und die reformierte Pfarrerin Monika Garruchet die über hundert Gäste am ökumenischen Gottesdienst in Steinhof. «Wir wollen heute um Segen bitten für die neu renovierte Kapelle», verkündete Kaufmann. Garruchet hob deren Bestimmung als «Zuhause für die Seele» hervor. Für den gebührenden feierlichen Rahmen sorgte der Kirchenchor Aeschi unter der Leitung von Robert Flury, in Begleitung von Susanne Baumgartner am E-Piano.

Nach dem Gottesdienst im Festzelt brach die Gesellschaft zu einer Prozession zur Kapelle auf, angeführt von Pfarrer und Pfarrerin mit der Heiligen Schrift und dem Kreuz. Das Glöckchen im Turm bimmelte eifrig, um die Ankommenden zu begrüssen. Die Geistlichen und der Sakristan Alfons Frei baten um den Segen für Wanderer, die hier einen Moment innehalten,
für Hochzeitspaare und Taufkinder, die ihre Sakramente empfangen, für Trauernde, und alle, die das Kirchlein aufsuchen, um einen Ort der Ruhe zu finden.

Aus der Seenot gerettet

Das «Chüuchli» erstrahlt in neuem Glanz. Das Innere ist in schlichtem Weiss gehalten. In Holz geschnitzte Stationen des Kreuzwegs säumen die Seitenwände. Das Marienbild von Melchior Paul Deschwanden über dem Alter wird flankiert von Statuen von Josef mit dem Jesuskind, und einer schwarzen Madonna. Diese begründete den Ursprung der Kapelle. Ums Jahr 1720 geriet nämlich der Steinhöfer «Weierklaus» während einer Wallfahrt nach Einsiedeln auf dem Vierwaldstättersee in Seenot. Er betete und gelobte, eine Marienstatue nach Hause zu bringen, sollte er überleben. Um die Madonna allen Leuten zugänglich zu machen, wurde eine Kapelle errichtet. So lautet die Überlieferung, wusste Rosa Widmer, die für Dekoration und Reinigung der Kapelle zuständig ist.

«Eigentlich hätte die Renovation des Gebäudes nach Ostern beginnen sollen», berichtete Heinz Kaufmann, Architekt und Bauleiter. Weil jedoch seltene Fledermäuse ihr Sommerquartier im Kirchlein haben, mussten die Arbeiten vorverschoben werden, damit die Tiere Mitte Mai ungestört einziehen konnten. «Das haben wir geschafft», sagte Kaufmann stolz.

Besondere Kraftorte

Steinhof ist nicht nur gesegnet mit einer Kapelle voller positiver Energie. Ein paar hundert Meter weiter liegen erratische Blöcke, die der Rhonegletscher bei seinem Rückzug hier liegengelassen hat und welchen das Dorf seinen Namen verdankt. Im Zusammenhang mit der Sanierung der Kapelle wurde eine Kraftort-Route ausgearbeitet, die Kraftorte verbindet. Unter anderem die Kapelle und die Findlinge. Andrea Fischbacher, studierte Religionswissenschaftlerin, erzählte von den Erdschwingungen, die diese Orte auszeichnen und zu einem Kraftort machen, der für Menschen, Tiere und Pflanzen wohltuend sei. Früher wurden die Steine als Kultstätte, vor allem für Fruchtbarkeitsrituale benutzt.

Die Bürgergemeinde Steinhof, Besitzerin der Kapelle, hatte zum Einweihungsfest geladen. «Ohne Sponsoren wäre die Renovation nicht realisierbar gewesen», betonte Bürgergemeindepräsident Thomas Jäggi. Von den 300'000 Franken, die das Projekt gekostet hatte, war der grösste Teil durch Spenden zusammengekommen. Ein besonderes Lob hatte Jäggi für die Arbeitsgruppe übrig. Sie durfte vom Publikum viel Applaus entgegennehmen.

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