«Eigentlich ist jeder von uns ein Influencer», sagt Luigj Laski aus Trimbach. «Jeder von uns beeinflusst andere mit der Wahl seiner Produkte. Einfach auf einer anderen Skala.» Aber was genau macht ein Influencer überhaupt?

«Influencer sind Leute, die Produkte auf Social Media bewerben und ihre Fans dazu anregen, diese zu kaufen», so Laski. Haben Influencer auf sozialen Netzwerken wie Instagram oder Youtube genügend Follower, senden Firmen ihnen Produkte zu. Dies in der Hoffnung, dass sie auf diesen Kanälen vorgestellt und somit von einem breiten Publikum gesehen werden. Genau dies tut Luigj Laski. Und um ein breites Publikum handelt es sich bei ihm allemal: Auf Instagram hat der 17-Jährige 10'400 Follower.

10'000 Follower in 2 Jahren

Angefangen, Instagram professionell zu nutzen, hat der Lehrling vor rund zwei Jahren. «Ich war schon immer begeistert von Social Media», erzählt er. Schon zuvor war er auf Instagram und Youtube präsent, dies jedoch nicht professionell. Denn, so Laski lachend: «Es wollte zu Beginn einfach nicht, wie ich es wollte.» Erst sein jetziger Instagram-Account, den er unter dem Namen «theluigjlaski» führt, führte den Trimbacher zum Erfolg.

Mithilfe von Online-Workshops musste er sich zuerst das notwendige Wissen aneignen. «Ich habe gelernt, wie ich Hashtags einsetze, welche Filter gut ankommen und wie ich Likes erhalte», erklärt Laski. Auch hat er bei seinen Bildern stets die Marken verlinkt, die er trug oder in den Fotos zeigte. So seien die Hersteller ab rund 5000 Followern auf ihn aufmerksam geworden und haben begonnen, ihm Produkte nach Hause zu senden, welche Laski wiederum auf Instagram bewarb, worauf mehr Produkte kamen – und so begann «theluigjlaski» richtig zu wachsen.

Mehrere Stunden pro Bild

Auch mit mehr als 10'000 Followern gibt sich der 17-Jährige mit seinem Profil noch Mühe. Pro Bild hat er einen Aufwand von rund zwei Stunden. «Zuerst mache ich etwa 50 Fotos, bis eines perfekt ist», erklärt er. Danach kommt die Bearbeitung, die richtigen Filter müssen gewählt und eine passende Bildunterschrift gesucht werden. «Alle denken immer, dass es einfach ist, ein Influencer zu sein», sagt er. «Aber es steckt mehr Arbeit dahinter, als man meint», schiebt er nach. Auch nach dem Hochladen eines Bilds ist die Arbeit für Laski nicht getan. «Ich beantworte die Kommentare, die Leute hinterlassen, immer. Auch die negativen», so Laski. Oftmals seien die negativen Kommentare keine konstruktive Kritik, sondern einfach nur Beleidigungen. Mit diesen versucht er nicht allzu persönlich zu nehmen.

Doch Kommentare sind nicht die einzige Hürde, die Luigj Laski durch sein Leben auf Social Media täglich meistern muss. Eine Schwierigkeit, mit welcher er lernen musste, umzugehen, ist die Trennung von Arbeit und Privatleben. «Früher habe ich einfach alles, was ich getan habe, in meiner Insta-Story geteilt», so Laski. «Meine Freunde haben mich dann darauf angesprochen, dass es ziemlich nervt, immer gefilmt zu werden, wenn wir unterwegs sind.» Also habe er gelernt, die Zeit mit Freunden und Familie ohne sein iPhone zu geniessen, und nur diejenigen Dinge aus seinem Leben zu posten, die er für richtig hält. So geht er auch mit den Produkten um, welche ihm von Firmen gesendet werden: «Ich poste nur die Artikel, die wirklich zu mir passen und von denen ich überzeugt bin», erklärt er.

Lehre an erster Stelle

Eine weitere Herausforderung ist, seinen Beruf und sein Hobby unter einen Hut zu bringen. Er absolviert zurzeit eine Lehre bei der Raiffeisenbank in Olten. «Mit der Arbeit und der Schule läuft alles gut, die Noten stimmen», so Laski zufrieden. Nur deswegen sind auch seine Eltern mit seiner Leidenschaft einverstanden: «Sie finden cool, was ich mache. Aber nur, solange mit der Lehre alles gut geht.»

Zu Beginn haben seine Eltern jedoch nicht recht verstanden, was ihr Sohn da genau tut. «Sie dachten, ich bestelle all diese Pakete selber», sagt Laski und lacht laut. Erklären, was ein Influencer ist, müsse er neben seinen Eltern aber auch vielen anderen Leuten. «Die meisten älteren Leute denken an die Grippe, wenn sie das Wort hören», so Laski.

Für seine Zukunft möchte Laski, dass Instagram mehr als nur ein Hobby wird. Der Höhepunkt seiner bisherigen Karriere wird morgen Freitag stattfinden – an der Tubecon (siehe Box unten), dem grössten Social Media Event der Schweiz, wird er zwei Workshops darüber leiten, wie man sich auf Instagram richtig vermarktet. Seine Eltern wird er dazu einladen und sie im «Parents Park» abgeben – wo sie und andere Eltern lernen können, die Sprache ihrer Kinder zu verstehen.