Geschäftsbericht

Zwei Zwischenfälle im AKW Gösgen hatten Produktionsausfall von 470 Millionen kWh zur Folge

Seit 40 Jahren wird hier Strom produziert.

Seit 40 Jahren wird hier Strom produziert.

Die Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG hat ihren Geschäftsbericht publiziert. 2019 wurden 7,82 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Die Jahreskosten beliefen sich auf 152,5 Mio. Franken.

Im 40. Betriebsjahr erzielte die Kernkraftwerk Gösgen AG (KKG) eine Jahresproduktion von netto 7,82 Milliarden Kilowattstunden (2018: 8,25 Milliarden Kilowattstunden). Damit deckt es 13 Prozent des schweizerischen Strombedarfs ab. 7835 Stunden war das Kraftwerk am Netz.

Die Kosten für die Produktion beliefen sich derweil auf 152,5 Millionen Franken (2018: 478,8 Millionen Franken). Die Produktionskosten betrugen 1,95 Rappen pro Kilowattstunde (2018: 5,81 Rappen pro Kilowattstunde).

Die schwankenden Preise werden im Geschäftsbericht damit erläutert, dass die Wertentwicklung des Stilllegungs- und des Entsorgungsfonds jährlich schwankt. Zur Normalisierung sei eine Bruttorendite von 3,5 Prozent für diesen Fonds angewendet worden. Damit würden sich Jahreskosten von 331,1 Millionen Franken (2018: 322,5 Millionen Franken) und Produktionskosten von 4,23 Rappen pro Kilowattstunde (2018: 3,91 Rappen pro Kilowattstunde) ergeben.

Zwei Zwischenfälle

21 Tage lang dauerte die Jahresrevision. Das Kraftwerk, das Ende 2019 564 Personen beschäftigte, musste aber darüber hinaus für ein paar Tage heruntergefahren werden. Am 2. Februar 2019 wurde eine nicht absperrbare Speisewasserleckage an einer Messleitung festgestellt. Die Reparatur dauerte zwei Tage und hatte einen Produktionsausfall von 57 Millionen Kilowattstunden zur Folge.

Einen zweiten Zwischenfall gab es am 26.Juli 2019. Dieses Mal löste ein Kurzschluss in der Schaltanlage eine Turbinenschnellabschaltung aus. Um das Schalterfeld instand zustellen und den betroffenen 60 Tonnen schweren Transformator auszutauschen blieb das Kraftwerk bis am 11. August 2019 vom Netz. Der Unterbruch hatte einen Produktionsausfall von 409 Millionen Kilowattstunden zur Folge.

Schrumpfender Lieferantenmarkt

Die Anlage allgemein ist laut Verwaltungsratspräsident Michael Wider nach 40 Jahren in Betrieb in einem guten Zustand. «Bisherige Analysen bestätigen, dass mit umsichtigen Ersatzinvestitionen die Anlage noch mindestens weitere 20 Jahre betrieben werden kann», so Kraftwerksleiter Herbert Heinecke. Zu den aktuellen Herausforderungen zählt er den schrumpfenden Lieferantenmarkt wegen der rasch fortschreitenden Stilllegung deutscher Kernkraftwerke.

2019 wurden 86,2 Mio. Franken (Vorjahr: 61,1 Mio.) in anlagentechnische Verbesserungen, substanzerhaltende Massnahmen und Brennelemente investiert.

Derzeit laufen im KKG einige Projekte. Nachrüstungen werden vorbereitet, um den erhöhten Anforderungen bezüglich Erdbebensicherheit auch künftig entsprechen zu können. Um die Anlagesicherheit im Langzeitbetrieb zu erhöhen, wird das Reaktorschutzsystem im Schaltanlagegebäude ausgetauscht.

«Weichenstellung ohne Zeitdruck»

Im Vorwort zum Geschäftsbericht kommt Verwaltungsratspräsident Michael Wider auch auf das Energietrilemma zu sprechen, welches aus einem gleichseitigen Dreieck mit den Eckpunkten oder Dimensionen «Versorgungssicherheit», «Nachhaltigkeit/Klima» und «Wirtschaftlichkeit» bestehe. Noch fehle der Schwung für die Energiewende. 

Indem das KKG auch weiter betrieben werde, würde man «nicht nur einen wesentlichen Teil für die Versorgungssicherheit unseres Landes leisten, sondern damit auch ermöglichen, die zukünftigen energiepolitischen Weichenstellungen ohne Zeitdruck sorgfältig und unideologisch zu planen und vorzunehmen.» (ldu)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1