Olten

An den Kabarett-Tagen sind die Österreicher los

Alfred Dorfer, Christof Spörk und Werner Brix gehören zu den renommierten Gästen aus Österreich.

Alfred Dorfer, Christof Spörk und Werner Brix gehören zu den renommierten Gästen aus Österreich.

Erstmals setzen die Organisatoren der Oltner Kabarett-Tage einen geografischen Schwerpunk. Bei der 32. Ausgabe wird ein Österreicher-Special geboten.

Nun, man kann es sehen, wie man will: Aber in unserem östlichen Nachbarland «Österreeech» schiessen unzählige Kabarettisten ins Kraut, die ihrem Publikum den Zeitgeist – oder was davon übrig zu bleiben droht – um die Ohren hauen. Zu unserem Vergnügen. Dabei geht leicht vergessen, dass dieses Land seit je Kabarettgrössen hervorgebracht hat: Georg Kreisler, Heinz Conrads, Karl Farkas, alles Figuren von gestern; heute Josef Hader, Roland Düringer, Alfred Dorfer, Andreas Vitasek oder den erst kürzlich verstorbenen Werner Schneyder.

Elf Künstlerinnen und Künstler aus dem östlichen Nachbarland sind zur 32. Ausgabe der Oltner Kabarett-Tage geladen. Deren Auftritte laufen unter dem Etikett «Austria-Special». Zu dieser österreichischen «Satirebrigade» gehört neben Werner Brix, den Science Busters und Thomas Maurer etwa auch Christof Spörk, der 2011 als Musikkabarettist mit dem ersten Soloprogramm «Lieder der Berge» debütierte und noch im selben Jahr mit dem Österreichischen Kabarettpreis ausgezeichnet wurde.

Hätti Wari Täti von Christof Spörk

Neckisch also, sich in Olten Welt und Leben aus österreichischer Warte beschreiben zu lassen und mitzuerleben, wie allesamt «abtreiben». Ein Wort, das zu den Austriazismen gehört und nichts anderes als «etwas gut verrühren» oder «etwas zu Schaum rühren» bedeutet.

Hätte eigentlich nur noch gefehlt, dass auch ein Protagonist österreichischer Provenienz das Cornichon 2019 überreicht bekäme. Dieses aber geht an den Münchner Max Uthoff. Er spielt in Olten sein neues Programm «Moskauer Hunde».

Max Uthoff - Oben bleiben

Neben den Schwergewichten

Daneben bilden heuer noch andere Darsteller satirische Denkkunst ab. Vielleicht für eines der poetischeren Spektakel steht der Deutsche Peter Spielbauer, ein nimmermüdes Kraftpaket, der Originalität nicht bloss als Wortsache versteht und über dessen Programme die «NZZ» einst schrieb: «Kaum eingrenzbarer furioser Spielbauer-Kosmos, keine Sekunde unter Banalitätsverdacht.»

Als «Zu Zweit» agieren Tina Häussermann und Fabian Schläper. Ihre Sache ist das «Sprechens, Singens, Quatschgemachens». So nennt sich die Chose. Und mit dem deutschen Philipp Scharrenberg betritt einmal mehr ein weiterer Slampoet die Oltner Kabarettbühne, so wie das seit ein paar Jahren regelmässig vorkommt. Genau so wie die Einheimischen Renato Kaiser oder Simon Chen, die ebenfalls in Olten gastieren.

Chen schreibt in seiner Biografie nämlich, seit Herbst 2015 dürfe er sich «auch noch Kabarettist schimpfen». Da hat Kaiser doch schon ein paar Jahre mehr Kabaretterfahrung auf dem Buckel. Taufrisch in Olten dagegen ist Patti Basler, eine der wenigen Frauen an den diesjährigen Kabarett-Tagen. Als textende, dichtende slammende Senkrechtstarterin ist sie unterwegs und setzt «gereimte Ungereimtheiten» vor.

11 Tage und über 40 Künstler

Das Setting sonst: wie üblich. Über 40 Kabarettisten machen an 11 Spieltagen Olten «zur Hauptstadt des deutschsprachigen Kabaretts», wie die Organisatoren sagen. Inzwischen eine geflügelte Wortkreation. Dazu gehört auch das Finale des mit 10'000 Franken dotierten Nachwuchswettbewerbs Oltner Kabarett-Casting.

Und auch das Format Wunschfeder findet sich wieder: «Ein Abend, der dem Publikum vielversprechende Talente zeigt», so die Organisatoren. Unter anderem mit dabei: Lisa Christ. Ihr Hintergrund, dreimal darf man da raten – genau: Slam. Seit 2007 nämlich tritt sie an Poetry Slams im deutschsprachigen Raum auf.

Die 32. Oltner Kabarett-Tage dauern vom 15. bis 25. Mai 2019.

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Autor

urs huber

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