Trimbach
Rasenfläche soll nun Platz für einen landwirtschaftlichen Kulturpark bieten

Auf der Rasenfläche neben dem Pumpwerk Dellen in Trimbach entsteht ein landwirtschaftlicher Kulturpark. Bewirtschaftet wird er von Programmteilnehmenden im Arbeitsbereich Natur & Garten des Vereins WG-Treffpunkt.

Rebecca Rutschi
Merken
Drucken
Teilen
Auf der 1264 Quadratmeter grossen Grünfläche entsteht der Kulturpark. Rechts im Hintergrund: das Tripoli.

Auf der 1264 Quadratmeter grossen Grünfläche entsteht der Kulturpark. Rechts im Hintergrund: das Tripoli.

Bild: Bruno Kissling

«Biodiversität hat für viele Menschen – und speziell für junge Menschen – aus urbanen Wohngegenden kaum eine Relevanz im eigenen Leben», meint Severin Sager, Projektleiter von WG-Treffpunkt. Man verknüpfe das Wort eher mit Dokumentationen oder dem Biologieunterricht in der Schule. Nachhaltigkeit und Biodiversität zu fördern ist aber eigentlich in urbanen Räumen besonders wichtig. Das sei ein Grund, weshalb angegliedert an den Integrationsort Tripoli neben dem Pumpwerk Dellen in Trimbach eine Rasenfläche nun Platz für einen landwirtschaftlichen Kulturpark bieten soll.

Das Tripoli befindet sich in den Räumen einer alten Webereifabrik und umfasst arbeitstherapeutische Bereiche und berufliche Integrationsbetriebe, welche von WG-Treffpunkt angeboten werden. Diese Angebote richten sich dabei an Personen, die in ihrer aktuellen Situation mit psychischen Herausforderungen konfrontiert sind und so den Weg zurück ins Berufsleben finden wollen. Sowie an Menschen, die in einer Tagesstätte mitarbeiten.

Die Programmteilnehmenden stehen im Zentrum eines weiteren Punkts, weshalb ein landwirtschaftlicher Kulturpark sinnvoll sei, erklärt Sager. Der Park wird von den Teilnehmenden bewirtschaftet und kultiviert. «Die Arbeit im Garten wirkt dabei gesundheitsfördernd.» Sie habe für viele Menschen einen heilenden Charakter.

Ein urbaner Naherholungsraum

Die Grünfläche von der Grösse von 1264 Quadratmetern unterhält im Moment die Gemeinde. Für die Realisierung des zukünftigen Parks wird WG-Treffpunkt die Fläche pachten. Der Pachtvertrag ist zwar noch nicht unterschrieben, ihm zugesagt haben aber beide Parteien bereits. So steht im Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 19. Januar 2021: «Dem Verein WG-Treffpunkt wird die Nutzung der Parzelle GB Trimbach Nr. 1410 im Rahmen einer Pacht genehmigt.»

Der Ort sei ideal für das Projekt, erzählt Sager. Zum einen natürlich, weil er ans Tripoli angrenze und einfach zu erreichen sei, zum anderen aber auch, weil er einen Kontrapunkt in der «Block- und Betonatmosphäre» biete. Um dieser grauen und urbanen Atmosphäre entgegenzuwirken und um den aktuell viel diskutierten Aspekt der Nachhaltigkeit und Biodiversität aufzunehmen, soll aber eben nicht nur eine schöne Blumenwiese entstehen, sondern ein vielfältiger Park. Angepflanzt werden verschiedenste Nutz- und Kulturpflanzen, welche ihren Ursprung teilweise auch in vergangenen oder fernen Kulturen finden.

Kosten von insgesamt 96'000 Franken

Momentan befindet sich das Projekt noch ganz am Anfang und steht – bevor etwas konkret realisiert werden kann – der Finanzierungsfrage gegenüber. Insgesamt soll es rund 96'000 Franken kosten. Teile davon können vom Verein selbst übernommen werden. Der Rest wird durch Drittfinanzierungen getragen – Beiträge also von privaten Sponsorinnen oder Sponsoren sowie Stiftungen.

In naher Zukunft werden auf Basis des ausgearbeiteten Konzeptes erste Schritte zur Umsetzung unternommen. Durchgeführt werden diese vom Arbeitsbereich Natur & Garten. Die Programmteilnehmenden werden dabei von Fachpersonen begleitet, welche eine landwirtschaftliche oder gärtnerische Ausbildung haben und auch in agogischer Betreuung geschult sind.

Der Park steht schliesslich aber nicht nur den bewirtschaftenden WG-Treffpunkt-Teilnehmenden offen, sondern der ganzen Bevölkerung. «Es soll ein urbaner Naherholungsort für alle sein», betont Sager. Im fertigen Park werden Infotafeln Auskunft über die Pflanzen und die Bedeutung der Biodiversität geben. Diese Ausgangslage bietet sich deswegen auch für kurze Schulexkursionen der örtlichen Schulen an.