Den Abend eröffnete ein Ensemble der Musikschule Bucheggberg unter der Leitung von Bernhard Wüthrich. Es präsentierte ein Programm, das durchaus Hoffnungen weckte auf ein Wiedererwachen des Jugendblasorchesters. Von Beständen in dessen besten Zeiten kann man allerdings erst träumen. Bei seiner Zugabe «Bluesville» boten Saxofonistinnen daraus immerhin einen gelungenen Auftritt als dezent begleitetes Trio.

Mit neuer Sitzordnung, neu mit Waldhorn und Bassklarinette, trat die MG Messen auf. Unverändert geblieben sind der Dirigent und musikalische Leiter Peter Hausammann sowie der Moderator und Vizedirigent Tony Schranz. In ihrem ersten Teil präsentierte die Gesellschaft ihre beiden Konzertvorträge am Eidgenössischen Musikfest im Juni. Ihr Aufgabestück «Der Magnetberg» des Komponisten Mario Bürki kam beim Verein gut an. Es gefalle und man spiele es gerne.

«Der Magnetberg»

Die Interpretation, nach nur fünf Wochen Probe, bestätigte den Eindruck. Das spricht für die musikalische Leitung, aber auch für das Korps. Viel Gefallen fand das Stück offensichtlich auch beim Publikum. Zum Werk inspirierte Bürki eine Geschichte aus 1001 Nacht. Die Schilderung einer am Magnetberg dramatisch verlaufenden Schifffahrt passt thematisch perfekt zum Selbstwahlstück der Messener, welches sie bereits am Adventskonzert erstmals dem Publikum vorstellten.

Der Belgier Bert Appermont hat mit ihm 2004 eine Bibelstelle musikalisch nacherzählt, die ebenfalls der Seefahrt zugeordnet werden kann. Dem faszinierenden vierteiligen Werk gab er den logischen Titel «Noah’s Ark».

Das über ihrer Klasse eingestufte Werk meisterten die Messener beeindruckend. Sicher wird Hausammann noch weiterhin am Stück feilen wollen. Dazu wird er aber eher das Poliertuch brauchen als die Feile. Mit einem der beiden gemeldeten Strassenmärsche beschloss die MG ihr Musikfestprogramm. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Experte dafür das Stück «Jungvolk marschiert» von Stephan Jaeggi wählen wird, ist gross.

Anlehnung an Harry Potter

Dass Tony Schranz weit mehr als Vizedirigent und Moderator ist, wurde im zweiten Teil sichtbar. Im Stile des im Programm ebenfalls vertretenen Harry Potter liess er durch Helfer den Dirigentenstab und Notenpulte hochschweben und Hexenbesen durch die Halle fliegen. Trotz schwarzer Kleidung und gespenstischer Beleuchtung liess sich das Publikum nicht verängstigen.

Horror und Schrecken gab es nur in den Musiktiteln. Gefesselt wurde es schon, durfte es auch. Dafür sorgten etwa luftige Läufe von Oboe und Bassklarinette in «Unchained Melody» oder das gepflegte Spiel in «The Phantom of the Opera».

«Thriller», ein wahrer Genuss

Nach einem wuchtigen Posaunenpart in «The Rocky Horror Picture Show» gab es zum Schluss doch noch das erwartete Solo. Unter dem Pseudonym Steve Mc Millan gewährt das Manfred Schneider der Trompete. Sascha Kunz nahm es dankbar an. Selbst die zweifache Zugabe wird typischerweise bei der MG Messen jeweils dem Thema des zweiten Konzertteils untergeordnet. Sie hätten sogar schon fast selbst den Konzertbesuch gerechtfertigt.

Was der französische Arrangeur Robert Fienga aus «Thriller» zauberte, war ein wahrer Genuss. Allerdings steckte schon in der Originalkomposition, die Rod Temperton für Michael Jackson schrieb, Musik, die zu bearbeiten sich lohnte. So wenig wie Fienga ist Nick Baratta ein bekannter Arrangeur. Er hat sich Ray Parkers «Ghostbusters» aus dem Jahr 1984 vorgenommen. Daraus hat er das tolle Stück geschaffen, mit dem sich die MG vom Publikum verabschiedete.