Solothurn
Anwohner kritisiert Verkehrsregelung an den Bike Days

Die Bike Days 2015 sind vorbei, fast alles hat geklappt. Doch gab es auch Kritik von Anwohnerseite zur Verkehrsregelung. Der Sicherheitschef stellt die Sicherheit an erste Stelle, räumt aber auch einen Fehler ein.

Wolfgang Wagmann
Merken
Drucken
Teilen
An den Bike Days war viel los. Das forderte auch den Verkehrsdienst.

An den Bike Days war viel los. Das forderte auch den Verkehrsdienst.

Hanspeter Bärtschi

«An den Eventtagen hatten wir 45 Streckenposten, 14 Verkehrskadetten und 2 Securitas auf dem Platz, um für die Sicherheit der Sportler zu sorgen», so Markus Stümpfig, Sicherheitschef der Bike Days.

Kritik kam nun durch einen Anwohner des Steingrubenquartiers an den jungen Streckenposten, die ihn sowohl mit dem Auto wie tags darauf am Sonntag mit dem Velo an der Einfahrt in den Verenaweg gehindert hätten – entgegen der Usanz in den Vorjahren. «200 Meter Rückwärtsfahren ist nicht jedermanns Sache», ärgerte sich der Anwohner, der davor warnt, die Bewegungsfreiheit der Anwohner zu strapazieren – «es könnte sonst sein, dass die Toleranz der Anwohner umschlägt und in Obstruktion mündet.»

Sicherheit geht vor

Zwar räumt Markus Stümpfig ein, dass die jungen Verkehrskadetten von auswärts stammen (Raum Basel/Zürich), er selbst aber im Steingrubenquartier wohne und die jungen Leute genaustens gebrieft habe. «Alle wurden instruiert, dass man Verständnis für die Anliegen der Anwohner zeigen soll und ihnen bestmöglich zur Hand gehen soll, was die Wegweisung angeht. Es ist aber auch wichtig, dass gewisse Regeln für die Sicherheit befolgt werden.»

Im konkreten Fall am Verenaweg habe der Anwohner vom Sälirain Richtung Herrenweg einbiegen wollen, statt sich ans Einbahnregime nach links zur St. Niklausstrasse zu halten. Das Gegenteil sei wegen der Risiken für das Rennfahrerfeld nicht zu tolerieren, so Stümpfig.

Auf die Kritik, dass insbesondere der Friedhof St. Katharinen ausgerechnet am Muttertag mit dem Auto kaum zu erreichen gewesen sei, hält Stümpfig fest, man habe den Parkplatz bei der St. Niklauskirche auf Bitten des Pfarrers von Rennfahrern und Begleitern freigehalten und diese zum Parkplatz des Schlosses Waldegg geschickt. «Die Leute sind ins Pintli zum Muttertag, sie sind in die Verenaschlucht gepilgert, auf den Friedhof oder ins Alterszentrum.» Er sei persönlich dort gewesen und habe sich überzeugt, dass «alle Anweisungen dort umgesetzt worden sind.»

Einen Fehler allerdings räumt Markus Stümpfig ein: Am Sonntagmorgen habe ein Kadett an der St. Niklausstrasse, Einmündung Herrenweg, für eine halbe Stunde lange niemanden Richtung Kanti oder Blumenstein fahren lassen – obwohl dort ein Muttertagskonzert stattfand.

Keine negativen Feedbacks

Zusammenfassend aber meint der Sicherheitschef, der viel mit dem Velo im Quartier unterwegs gewesen ist: «Ich habe mich mit den Anwohnern unterhalten, es gab kein negatives Feedback, nichts dergleichen.» Eine grundsätzlich so kritische Haltung, wie in der Drohung des Anwohners ausgedrückt, treffe jedenfalls nicht zu. Man habe jedes Jahr im Grunde dieselben Regeln, die auch die Stadtpolizei mittrage. «Ich bin froh, dass die Posten ihre Aufgaben richtig wahrnehmen. Wir hatten keinen Unfall zu verzeichnen. Ich denke, das ist auch ein wichtiges Resultat.»

Für die Stadt seien die Bike Days «ein super Event», hält Markus Stümpfig weiter fest, «die Schweiz ist ein Veloland. Biker sind friedfertige Leute, die gerne in der Natur sind. Sie bewegen sich mit dem Velo fort und tun so auch etwas für die Natur. Das kommt auch der Steingrube zugute.»

Appell hat gefruchtet

Ein sehr positives Fazit zieht auch Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei, nach dem Debriefing mit dem Bike-Days-OK. «Es gab keine Zwischenfälle; alles ist sehr gut verlaufen.» Nur einige Zuschauer habe man auf der St.-Ursen-Bastion vom Rand zurückweisen müssen – «da gabs auch böse Worte».

Positiv aufgefallen ist auch, dass am Sonntag auf die ganztägigen, doch etwas nervigen Anfeuerungsrufe über die Lautsprecheranlage verzichtet wurde. Dazu räumt Fedeli ein: «Wir hatten die Organisatoren gebeten, diesbezüglich möglichst zurückhaltend zu sein.»

Strahlender Sonnenschein an den Bike Days 2015
19 Bilder
Laufradrennen der Kleinen
Bike Days 2015
Manche brauchen noch etwas Hilfe
Hoch hinaus
Solche Sprünge muss man diejenigen machen lassen, die dafür genügend geübt haben
Konzentration und Anspannung ist ihm ins Gesicht geschrieben
Racing Cup der Frauen
Ein bisschen Morast kann echte Bikerinnen nicht erschüttern
Zwischendurch muss auch mal Zeit sein fürs Relaxen und Plaudern
Pat Burgener sorgte für die musikalische Unterhaltung an den Bike Days

Strahlender Sonnenschein an den Bike Days 2015

Thomas Ulrich und Tina Dauwalder