«SPriisli»
"Café de l'Industrie" erhält Sozialpreis der SP

Der Sozialpreis der SP-Ortspartei geht an den Verein «Café de l’Industrie».

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Das Restaurant Industrie mit Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Das Restaurant Industrie mit Photovoltaikanlage auf dem Dach.

SP-Ortsparteipräsident Claudio Marrari überreichte kürzlich den mit 1000 Franken dotierten Sozialpreis «SPriisli» an das«Café de l’industrie», vertreten durch Reiner Bernath und Christian Schweizer. Der Trägerverein «Café de l’Industrie» hat 160 Mitglieder. Er organisiert drei Mal pro Jahr eine literarische Lesung und einmal den «Bänzejass».

In ihrer Würdigung ging SP-Gemeinde- und Kantonsrätin Franziska Roth auf die Geschichte des Vereins ein. «Nach dem Bau der Liegenschaft im Jahr 1920 war das ‹Industrie› an der Vogelherdstrasse fest in welscher Hand. Damals hiess es noch ‹Café de l’Industrie›, Stammgäste waren jurassischen Uhrenarbeiter, die in der nahe gelegenen Roamer-Uhrenfabrik ein Auskommen fanden», so Roth.

Talfahrt und Aufschwung

Während der Krise der Uhrenindustrie in den Siebzigern sei die Zahl der Gäste zusehends gesunken und das «Industrie» stand vor dem Aus, ehe im Sommer 1986 auf Initiative von Christian Schweizer und Paul Schmid 16 Leute aus dem Quartier den heutigen Verein gründeten. Nach anfänglichem Erfolg gingen die Besucherzahlen kontinuierlich zurück, so dass Ende 2000 das erneute Aus drohte, welches jedoch durch einen grosszügigen Quartierbewohner in Person von Reiner Bernath verhindert worden sei. Erfolgreich sei das Unternehmen dann zunächst unter dem Pächter Franz Schäfer im August 2001 gestartet. In dessen Fussstapfen seien schliesslich im Herbst 2006 Hans Roth und Zuzana Baumann getreten.

Doch mit dem Beizen alleine gäben sich die umtriebigen Quartierbewohner und Vereinsgründer nicht zufrieden, so Roth weiter. «Wer gut und gesund isst, kommt auf wilde Ideen, schafft das schier Unmögliche und bringt die ganze Schriftstellerprominenz der Schweiz, ja sogar Bundesräte zur Vorlesung ins ‹Industrie›.» Der Verein sei eine kleine Wundermaschine und mache mit seinen Aktivitäten das Quartier immer wieder zur Hauptstadt der Literatur, schloss Roth ihre Würdigung, ehe die «Roten» in ihrer Parteiversammlung das aktuelle städtische und kantonale Politgeschehen diskutierten. (mgt)