Solothurn

Die Stadtpolizei konzentriert sich während der Coronakrise auf das Wesentlichste

Zum Bussen verteilen fehlen zurzeit die Autos auf den Parkplätzen. (Archiv)

Zum Bussen verteilen fehlen zurzeit die Autos auf den Parkplätzen. (Archiv)

Leere Parkplätze, weniger Verkehrskontrollen, kaum Leute auf den Strassen. Die Stadtpolizei muss ihren Einsatz zurückschrauben und auf das Wesentliche reduzieren, wie Kommandant Peter Fedeli auf Anfrage mitteilt. «Ich will nur die im Einsatz haben, die unbedingt nötig sind», sagt er. Die restlichen Beamten haben sich im Home-Office eingerichtet und gehen täglichen Arbeiten nach, wie beispielsweise Rapporte schreiben.

Zum Alltag der Stadtpolizei gehören nun aber Ansammlungskontrollen und Präsenz in der ganzen Stadt. Die Patrouillen sind dabei nach wie vor zu zweit unterwegs und müssen hin und wieder Gruppen ermahnen, Distanz zu halten. Zu Beginn seien das beispielsweise Jugendliche gewesen, die auf dem Fussballfeld gespielt haben. Seit der Verschärfung der Massnahmen letzte Woche habe sich die Situation verbessert. Die Beamten müssen jedoch weiterhin schauen, dass sich die Leute nicht in grösseren Gruppen mit mehr als fünf Personen aufhalten. «Sobald das Patrouillenfahrzeug heranfährt, lösen sie sich von selber auf», sagt Fedeli. Auch die Verkaufsläden werden regelmässig kontrolliert, ob sie sich an die Vorschriften halten. Bussen habe man soweit keine verteilen müssen.

«Die Leute sind allgemein etwas gereizter»

Doch Zurücklehnen kommt für die Polizei nicht in Frage. Fedeli erwartet wegen des Ausnahmezustands andere Probleme. «Die Leute sind allgemein etwas gereizter», sagt er. Es habe bereits Ausschreitungen gegeben, weil jemand nicht anstehen konnte und vorgedrängelt sei. Auch die Situation mit psychisch Erkrankten beunruhige ihn, ebenso wie häusliche Gewalt. «Die Menschen können nicht mehr nach draussen ausweichen», sagt er. Die Probleme bleiben in den eigenen vier Wänden. Daher erwartet der Kommandant einen Anstieg dieser Fälle. 

Die Polizei habe jedoch bereits vor der Krise Szenarien für einen Notstand erarbeitet und sei dafür gewappnet. «Im Moment ist die Lage in der Stadt aber sehr ruhig», sagt Peter Fedeli. Alle zwei Tage findet in der Stadtkanzlei eine Sitzung statt, während welcher die aktuelle Situation besprochen wird.

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