Seraina Rohrer im Interview

Filmtage-Direktorin zieht Fazit und schaut nach vorne: «Man muss heute offen sein für die sich ändernde Filmbranche»

Seraina Rohrer ist zufrieden mit den 54. Solothurner Filmtagen. Im Hinblick aufs nächste Jahr wird ein neues Format lanciert. «Gleichzeitig müssen wir uns unserer Geschichte bewusst sein», sagt die Direktorin im Interview.

Wie lautet Ihr Fazit zu den diesjährigen Solothurner Filmtagen?

Seraina Rohrer: Es waren intensive Filmtage. Ein breites Publikum strömte wieder nach Solothurn. Es fanden viele schöne Begegnungen statt. Das ist die Essenz der Filmtage: Filmschaffende begegnen dem Publikum und wir diskutieren zusammen über Filme. Es war eine wirklich schöne Woche.

Gibt es Lehren für die 5x11 Ausgabe, die nächstes Jahr ansteht?

Wir wollen in jedem Fall mit einem Bewusstsein für unsere Geschichte weiterfahren. Wir wollen aber auch die Zukunft dieser Filmtage gestalten. Wir werden im nächsten Jahr ein neues Projekt lancieren, eine Online-Edition für den Schweizer Film. Man muss heute offen sein für die sich ändernde Filmbranche. Gleichzeitig müssen wir uns unserer Geschichte bewusst sein.

Was zählen Sie zu den Höhepunkten der 54. Solothurner Filmtage?

Einer der Höhepunkte war ganz klar der Besuch von Bruno Todeschini. Er war eine ganze Woche hier in Solothurn und die Zuschauer konnten seine ganzen Werke entdecken. Bezaubert wurden wir aber auch durch die Winterlandschaft. Die hat unsere Besucher zum Schwärmen verführt und auch die mexikanische Filmdelegation verzaubert.

Rede von Direktorin Seraina Rohrer an der Eröffnung der 54.Solothurner Filmtagen

Rede von Direktorin Seraina Rohrer an der Eröffnung der 54.Solothurner Filmtagen

Dieses Jahr wurde auch intensiv über die Diversität und das Profil der Solothurner Filmtage diskutiert. Können sie dazu ein Resümee ziehen?

Es ist sehr wichtig, dass betont wird, dass wir ein Festival der Vielfalt sind. Wir haben Platz für junge wie auch für etablierte Filmschaffende. Durch die Debatte wurde klar, dass wir einen Schwerpunkt auf die Diskussion setzen dürfen. Es ist auch gewünscht, dass wir immer wieder neue Formate ausprobiert, die man miteinander diskutiert.

Was sagen Sie zu den Gewinnerfilmen 2019?

Es sind zwei äusserst starke Filme. «Immer und ewig» von Fanny Bräuning (Prix de Soleure) und «Gateways to New York» von Martin Witz (Prix du Public) sind zwei sehr sorgfältig gestaltete Filme. Beide Filme zeigen, dass es sich lohnt, sich für ein Projekt Zeit zu nehmen.

«Immer und Ewig» und «Gateways to New York» gewinnen die Preise der 54.Solothurner Filmtage

«Immer und Ewig» und «Gateways to New York» gewinnen die Preise der 54.Solothurner Filmtage

Bereits 2018 haben zwei Dokumentarfilme gewonnen. Ist das Zufall?

Nicht unbedingt. Ich habe das Gefühl, dass das Publikum in Solothurn sehr offen ist für die verschiedenen Genres. Ich glaube aber auch, dass das Dokumentarfilmschaffen in der Schweiz zu den Aushängeschildern gehört und ich freue mich sehr, dass das nicht nur die Jury und die internationalen Festivals, sondern auch das Publikum so sieht.

Sie hatten diese Woche ein dichtes Programm. Haben Sie mitverfolgt, wie viele Kilometer Sie in der Stadt zurückgelegt haben?

Meinen Schrittzähler hatte ich dabei, ich bin aber weniger gelaufen, als sonst in meinem Alltag. Ich war natürlich alle 15 Minuten an einem neuen Ort, um neue Leute zu begrüssen und immer wieder Filme vorgestellt. Das war intensiv aber schön.

Jetzt geht es ab in die Ferien?

Nicht ganz. Wir beginnen bereits mit den Vorbereitungen für die nächsten Filmtage. Ich freue mich auch sehr, hier einmal abzuschliessen und dann wieder vorauszuschauen.

Das Festival wird vom 22. bis zum 29. Januar 2020 dauern und zum ersten Mal von Mittwoch zu Mittwoch durchgeführt.

Die Visuals der 55. Solothurner Filmtage

Das Festival wird vom 22. bis zum 29. Januar 2020 dauern und zum ersten Mal von Mittwoch zu Mittwoch durchgeführt.

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