HESO 2015

Nach Messeschluss wird das Gelände zum Paradies der Partyfürsten

Was das Oktoberfest für München, das ist die HESO für Solothurn. Noch nie hatten die Nachtschwärmer die Wahl zwischen so vielen Treffpunkten, weil diesmal auch viele «Beizli» ihre Gäste bis halb Eins bedienen durften.

So ist die Herbstmesse zum Paradies der Solothurner Partyfürsten mutiert. Zu Tausenden strömten die Leute am Samstagabend auf das HESO-Gelände – oder sie gingen gar nicht erst nach Hause, als die eigentliche Ausstellung um 21 Uhr schloss.

Ein grosses Angebot

Fünf Alternativen wurden den Nachtschwärmern geboten: Die Partyfürsten sangen im Nightstyle alte und neue Gassenhauer, die älteren Rocker tanzten im Grizzly Saloon zu Status Quo und anderen Legenden der Gitarre ab.

Einen Hauch Saturday Night Fever für die Jugend lieferten die DJs im Disco-Zelt ab – wenn man bereit war, eine unendlich lange Schlange bis zur Ausweiskontrolle auszustehen, um dann drinnen im Zelt mit Gleichgesinnten herumzustehen.

Im Schwingerstübli ganz hinten im Schanzengraben fand sich ein bunt gemischtes Volk zu Musik, einem Schwatz und einer Portion Älplermakkaronen.

Und die fünfte Variante war neu: Die Nachtschwärmer konnten wie erwähnt ganz einfach in einem der vielen Heso-Beizli sitzen bleiben, die nun auch bis halb eins ihre Gäste bedienen durften. So waren zum Beispiel die Festbänke draussen vor der Flammeria & Pizzeria kurz vor Mitternacht noch bis auf den letzten Platz besetzt.

Zuerst tanzte der Bär im Red Grizzly Saloon. Die Berner Groove Bandits spielten Gitarrenrock aus den 70er- und 80-er Jahren. Das ebenfalls nicht mehr ganz junge Publikum hatte seine helle Freude an den Songs von Rocklegenden.

Dazu wurde munter ein Discofox aufs Parkett gelegt, wie man ihn als Teenager im legendären Solothurner Tanzstudio Nyffeler gelernt hatte. Ein Leckerbissen fürs Auge war der gigantische Grill, der während der ganzen Nacht angefeuert blieb.

Auch das Schwingerstübli verlor nie den Schwung. Die eine Serviertochter trug ein himmelblaues, satt mit Edelweiss garniertes «Sennenhemmli», die andere wenigstens einen mit Kühen beschlagenen Ledergurt.

Es ging gemütlich zu und her, während auf dem Fernseher alte Bilder von Eidgenössischen Schwingfesten gezeigt wurden. Ein paar kindliche Gemüter zeigten mit «Seifeblööterli», wie herzlich es bei den Schwingern zu und her geht.

Eintrittspreis als Selektion

Erst recht spät füllte sich das Nightstyle. Wer die Augsburger Partyfürsten sehen wollte, musste 15 Franken Eintritt berappen. «Damit bezahlen wir die Band», begründete Organisator Harri Kunz den Preis.

Der angenehme Nebeneffekt sei eine gewisse Selektion des Publikums. Und tatsächlich: Alle sangen zu den Gassenhauern mit und schunkelten brav, wenn die Band dazu aufrief.

Aber muss man die Texte dieser Lieder wirklich kennen? «Wer regelmässig ans Münchner Oktoberfest geht, der kann mitsingen», kommentierte Reto Emmenegger das Repertoire der Partyfürsten.

«Zusammengeschweisstes Team»

«Es ist schwieriger geworden, an der HESO schwarze Zahlen zu erreichen», sagte Kunz. «Jetzt muss man am Samstagabend den Umsatz eigentlich in den letzten zwei Stunden generieren, weil viele Leute erst ins Nightstyle kommen, wenn die Beizli draussen schliessen.»

Er hätte auch einfach einen DJ hinstellen können, statt einer Coverband. «Aber wir wollen uns treu bleiben und Events mit einem speziellen Flair für ein ausgewähltes Publikum durchführen.

Wir sind nur erfolgreich, weil wir ein seit vielen Jahren zusammengeschweisstes Team sind.» Und für die sonst eher schwachen Wochentage hat Kunz die für ihn finanziell risikofreien Event-Abende für verschiedene Sponsoren kreiert.

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