Solothurn
Nach erneuter Absage von Seiten der RBS: Stadt verkündet das Aus der Idee eines mehrstöckigen Bahnhofs

Mit politischen Vorstössen wurden die Stadt und der Kanton aufgefordert, die Möglichkeiten einer Perrondachüberbauung am RBS-Bahnhof in Solothurn noch einmal zu überprüfen. Nachdem das Antwortschreiben der RBS negativ ausfällt, ist für die Stadt das Thema nun vom Tisch.

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Blick auf den heutigen RBS-Bahnhof in Solothurn. Hier ist ein Neubau geplant. Dieser soll nun definitiv nicht mehrstöckig werden.

Blick auf den heutigen RBS-Bahnhof in Solothurn. Hier ist ein Neubau geplant. Dieser soll nun definitiv nicht mehrstöckig werden.

Hanspeter Bärtschi (18. Oktober 2021)

Der Kantons- und der Gemeinderat von Solothurn erklärten zwei gleichlautende Postulate unter dem Titel «Arealentwicklung RBS-Bahnhof Solothurn für künftige Generationen sicherstellen» erheblich. Damit wurden Stadt und Kanton beauftragt, nochmals mit der Geschäftsleitung des Regionalverkehrs Bern-Solothurn AG (RBS) abzuklären, ob dieser gewillt wäre, für seine Gleise am RBS-Perron auf der Südseite des Bahnhofs Solothurn ein Überbauungsrecht an einen Investor oder Stadt und Kanton abzugeben. Damit sollte eine «Mantelnutzung» realisiert werden können.

«Die Rückmeldung des RBS auf dieses Anliegen fiel erneut abschlägig aus», teilt die Stadt nun in einer Medienmitteilung mit und überliefert die vorgebrachten Gründe der RBS: Eine Gleisüberbauung würde für das eigentliche Bahn-Ausbauprojekt wesentliche Erschwernisse und substanzielle Risiken mit sich bringen und zudem würden für Bahnkunden Nachteile resultieren.

Die Stadt hat sich bereits seit 2017 zusammen mit dem Kanton Solothurn und dem RBS mit einer möglichen Gleisüberbauung auseinandergesetzt. Berechnungen zeigten schon damals, dass die Investitionskosten – bedingt durch statische Herausforderungen und die Gewährleistung der Sicherheit des Bahnverkehrs – sehr hoch wären.

Durch eine Überbauung würde zudem die Aufenthaltsqualität auf dem Perron beeinträchtigt. Wie der RBS in seiner Antwort an die Stadt Solothurn schreibe, habe sich an dieser Beurteilung nichts geändert. Deshalb wird eine Gleisüberbauung weiterhin ausgeschlossen.

Verdichtung finde trotzdem statt

Die Stadt Solothurn betont in der Mitteilung, dass auch ohne Gleisüberbauung die gewünschte Verdichtung stattfinde: Die Arealentwicklung rund um den RBS-Bahnhof müsse als Gesamtprojekt verstanden werden. Es ermögliche einen Neubau für Wohn- und Geschäftsnutzung am ehemaligen Standort des Museums «Enter», einen Bahnhofplatz mit hoher Aufenthaltsqualität, eine verbesserte Anbindung des öffentlichen Verkehrs, eine optimale Erschliessung für den Fuss- und Veloverkehr durch eine neue Unterführung in Richtung Stadt und eine unterirdische Veloabstellanlage für rund 600 Velos. (mgt)