Wer unberechtigt vor der Metzgerei an der Centralstrasse parkiert, riskiert 60 Franken Ordnungsbusse. «Da überlegt es sich die Kundin oder der Kunde zweimal, ob er nochmals kommt», ärgert sich Metzger Guex.

Fünf Meter fehlen zum Glück

Dass vor ein paar Wochen auch noch die Parkplätze vor dem «Paris»-Haus entfernt wurden und eventuell die Chäsi-Parkplätze noch wegfallen oder vermietet werden könnten, verschärft die Situation zusätzlich, da auch diese oft von Kunden genutzt wurden.

Dass er rein rechtlich gesehen zwar keine Handhabe hat, weiss Roland Guex. Was er sich aber wünschen würde, wäre mehr Toleranz vonseiten der Polizei. «Bei der Einführung der beruhigten Innenstadt hiess es einmal, man würde bei Kurzhaltern dann nicht allzu streng hinschauen.» Doch sein Laden steht ausserhalb der Begegnungszone, womit er klar im Nachteil ist.

Möglichst direkt zum Geschäft

Um grosse Distanzen geht es nicht: Würde die Begegnungszone nur fünf Meter weiter oben enden, hätte Guex das Problem mit der fehlenden Toleranz gar nicht. Guex’ bisherige Kundenparkplätze stehen zudem neben dem Gebäude, was unvorteilhaft sei. «Wer rasch einkaufen möchte, will nicht noch lange manövrieren. Er will möglichst direkt vor das Geschäft fahren. Kann er das nicht, kauft er woanders ein», klagt der Metzger.

Für Robert Gerber, Kommandant der Polizei Stadt Grenchen, ist eines ganz klar: «Auch wenn wir im Zentrum ein Auge zudrücken, endet diese Toleranz beim Parkieren auf dem Trottoir.» Und offenbar auch an der Begegnungszonengrenze. Die Polizei wollte bestimmt nicht das Gewerbe schikanieren, sagt Gerber, aber es sei nun mal ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die gesetzlichen Spielregeln eingehalten werden. Dennoch versteht auch er, dass die Situation an der Ecke Centralstrasse/Schild-Rust-Strasse ziemlich unglücklich ist.

«Platz wäre genug da»

Claude Barbey, Stadtbaumeister von Grenchen, ortet Handlungsbedarf. Es zeichne sich ab, dass man die Parkplatzsituation überprüfen müsse. So sähe Barbey beispielsweise die Möglichkeit, zwischen Chäsi und Metzgerei gleich eine Reihe mit Parkplätzen zu errichten, welche parallel zur Strasse zu stehen kämen. Zumindest sei es denkbar, dass vor der Metzgerei ein Parkplatz installiert würde, «Platz genug wäre da», schätzt der Stadtbaumeister.

Zwar wären noch einige Fragen zu klären, etwa, wie ein Konflikt mit den querenden Seitengassen vermieden werden könnte. Von einer Sache aber ist Barbey überzeugt: So wie die Situation sich derzeit präsentiere, könne sie nicht bleiben.

Situation gesamthaft überprüfen

Claude Barbey meint, dass es wohl am gescheitesten wäre, die Parkplatzsituation im Zentrumsbereich wieder einmal gesamthaft zu überprüfen, zumal sich die Parkplatzzahl in den letzten Jahren leicht verändert habe und keine genauen Angaben mehr vorlägen, über wie viele Plätze das Zentrum heute verfügt; 380 in etwa dürften es sein. «Ein Aufwisch würde sicher Sinn machen», sagt Barbey.

In diesem Zusammenhang könnte man sich die Situation an der Centralstrasse genauer anschauen. Erste Priorität hat die Sache für die Bauverwaltung momentan aber nicht. Zudem fehlt laut Stadtbaumeister auch ein politischer Auftrag, sich gesamthaft der Sache anzunehmen. Metzger Guex will nötigenfalls den einen oder anderen Gemeinderat um Hilfe bitten. Dass seine Kundschaft nämlich für den Einkauf im Ort noch draufzahlen soll, will er nicht mehr akzeptieren.