Balsthal

Angebliches Raubdelikt: «Opfer» fügte sich Verletzungen selbst zu

Das vermeintliche Opfer gab an, nur wenige Meter neben dem Pub «Irisch Tavern» in Balsthal niedergestochen worden zu sein. Nun gibt der Mann aber zu, den Überfall nur vorgetäuscht zu haben.

Das vermeintliche Opfer gab an, nur wenige Meter neben dem Pub «Irisch Tavern» in Balsthal niedergestochen worden zu sein. Nun gibt der Mann aber zu, den Überfall nur vorgetäuscht zu haben.

Im Mai berichtete die Polizei von einem jungen Mann, der in Balsthal mit einem Messer niedergestochen und beklaut worden sei. Daraufin wurde der Täter gesucht. Jetzt kommt aber die Wahrheit ans Licht: Das Mann fügte sich die Verletzungen selbst zu.

«Ein Raub hat nicht stattgefunden», teilt die Kantonspolizei Solothurn am Donnerstag mit. Der junge Mann wird wegen seiner Falschaussage nun angezeigt. Die Anschuldigung lautet Irreführung der Rechtspflege.

Rückblende: Am Freitagabend, 2. Mai 2014, gegen 22 Uhr rückte eine Ambulanz an die Herrengasse in Balsthal aus. Dort wurde nahe des Pub «Irish Tavern» ein damals 19-jähriger Mann angetroffen, der am Bauch blutete. Laut seinen Aussagen hatte ein Unbekannter mit einem Messer auf ihn eingestochen und ihm das Portemonnaie geklaut. Der Täter sei daraufhin geflüchtet.

Die Kantonspolizei Solothurn hat gestützt auf die Aussagen des Mannes in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Solothurn umfangreiche Ermittlungen aufgenommen. «Mit Erkenntnissen aus diesen Ermittlungen konfrontiert, hat der junge Mann vor kurzem zugegeben, den beschriebenen Raubüberfall aus persönlichen Gründen nur vorgetäuscht zu haben», so die Kantonspolizei. Die Verletzung am Bauch hat er sich dabei selbst zugefügt.

Selbst die Mitarbeiter des «Irish Tavern» glaubten im Mai an einen brutalen Überfall. Betriebsleiter Sascha Kissling vermutete sogar, dass der Täter danach noch im Pub gewesen sei, da das leere Portemonnaie des Opfers auf der Toilette gefunden worden sei. (lsc)

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