Kappel
Die Gasleitung rutscht zum Waldrand für «Singlehaus»

Der Kappeler Robert Lerch sen. baut ein Einpersonenhaus auf Stelzen. Dafür muss die Gasverbund Mittelland AG 172 Meter Erdgasleitung umgelegen.

Karin Schmid
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Die Bauprofile für Robert Lerchs neues «Singlehaus auf Stelzen» stecken, die Erdgasleitung soll künftig im Bereich des Pfostens im Vordergrund verlaufen.

Die Bauprofile für Robert Lerchs neues «Singlehaus auf Stelzen» stecken, die Erdgasleitung soll künftig im Bereich des Pfostens im Vordergrund verlaufen.

Bruno Kissling

Die Projektausschreibung im Gäuanzeiger vom 25. Juli ist eine Viertelseite gross und informiert über ein nicht alltägliches Vorhaben: Das Bundesamt für Energie lässt auf der «Strecke 220: Oberbuchsiten–Suhr» im Bereich «Kappel–Reppenhalde» eine Erdgasleitung verlegen.

Hintergrund: Robert Lerch sen. plant auf seiner rund 200 Meter langen Parzelle 214 in der Kappeler Reppenhalde eine neue Überbauung. Damit diese realisiert werden kann, muss die bestehende Erdgashochdruckleitung, die der Gasverbund Mittelland AG gehört, auf einer Länge von etwa 172 Metern verlegt werden.

Als der Gasverbund vor rund 30 Jahren die Leitung verlegte, schloss er mit den Grundeigentümern einen Vertrag ab, in dem ein Waldabstand von 30 Metern festgelegt war. Vor zirka zehn Jahren wurde der Abstand auf 20 Meter reduziert. «Dadurch hat der Eigentümer die Möglichkeit, eine Überbauung zu realisieren», erklärt Rolf Flück, Präsident der Kappeler Bau- und Planungskommission.

Beim betreffenden Grundstück handelt es sich um ein privates von Robert Lerch sen., das zwischen seinem bestehenden Haus und dem Wald liegt. Die Möglichkeit der Gasleitungsverlegung sei schon seit Jahren bekannt und beschlossen, sagt Lerch. «Schon im Rahmen der Abstandsreduktion aufb 20 Meter wurde in Hinblick auf eine Bauplatzverminderung ein Minderwert oder eine Gasleitungsverlegung vereinbart. Der Gasverbund hat das schon lange sanktioniert. Schon damals wurde eine Baulinie definiert.» In seinem Fall geht es um einen Bereich von 80 Metern Länge, auf dem «ich drei, vier Häuser bauen könnte».

Konkret geplant sei zurzeit in einer ersten Phase ein «Singlehaus mit drei Zimmern», wie Lerch es selber nennt. In dieses «Einpersonenhaus auf Stelzen», wie es in der Ausschreibung vom 11. Juli bezeichnet wurde, will der Eigentümer selbst einziehen – und zwar, wenn es nach ihm ginge, im November 2014, denn: «Das Projekt ist bereits im Gang und auf gutem Weg. Das Baugerüst steht und die Arbeiten sind teilweise schon vergeben. Im nächsten Sommer wird gebaut.»

Die Projektunterlagen im Zusammenhang mit der Gasleitungsverlegung in Richtung Waldrand, für deren Kosten vollumfänglich der Gasverbund aufkommt, sind bis am 16. September öffentlich aufgelegt und können in der Abteilung Baugesuche beim Kantonalen Amt für Raumplanung in Solothurn und bei der Gemeindekanzlei Kappel während der Schalteröffnungszeiten begutachtet werden. Einsprachen sind schriftlich und eingeschrieben an das Bundesamt für Energie in Bern einzureichen.