Balsthal
Jugendmusiktag bot akustische Rosinen noch und noch

Es war ein Bilderbuch-Sonntag für alle musikalischen Herzen am Jugendmusiktag in Balsthal. 13 Jugendformationen zeigten beeindruckende Leistungen.

Edgar Straumann
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Junior Brass Aedermannsdorf: So etwas wie der Festsieger mit 93 Punkten.

Junior Brass Aedermannsdorf: So etwas wie der Festsieger mit 93 Punkten.

Bruno Kissling

Schon vor 10 Uhr morgens, als die erste Formation, die Young Concert Band Oensingen-Kestenholz, den Reigen der Wettspielvorträge eröffnete, zeigte sich die durchführende Gemeinde Balsthal in festlicher Laune. Ein Bilderbuch- Sonntagmorgen bahnte sich an und einspielende Jugendliche rings ums Festgelände beim Kultursaal Haulismatt waren für akustische Rosinen besorgt. Und wer noch etwas Zeit hatte bis zum festgelegten Spielbeginn, nützte dies für einen Fototermin, zeigen sich doch die Formationen nicht jeden Tag in Uniform und Vollbesetzung.

Voll besetzt

Der Kultursaal Haulismatt war bis auf den letzten Platz besetzt, als die Young Concert Band Oensingen-Kestenholz die Bühne betrat. Die stattliche Formation unter der Leitung von Roger Meier überzeugte gleich zu Beginn mit «Acclamations» und bekam dafür auch starken Applaus. Gleichermassen auch der Xylophonist beim nachfolgenden Vortrag mit seiner vollen Konzentration und präzisen Einsätzen. Die Vielseitigkeit wurde zum Abschluss mit «The Blues Brothers Revue» eindrücklich bewiesen. Die Begeisterung auf den Rängen war jedenfalls riesengross.

Die Jugendmusik Konkordia Egerkingen/Oberbuchsiten steht unter der Leitung von Andrea Müller. Mit «Peanuts» gelang durch die Showeinlage der Perkussionisten nicht nur musikalisch, sondern auch rein optisch eine höchst interessante Darbietung. Mit «The 3-Minute Nutcracker» wurde zudem die Melodienvielfalt bewiesen.

Grosser Applaus

Ihre Möglichkeiten der durchgehend guten Instrumentenbesetzung nützte die Jugendmusik Olten voll aus. Unter der Direktion von Beat Kohler wurde «Gulliver’s Travels», also die Reisen von Gulliver, musikalisch eindrucksvoll vorgestellt. Trotz teilweise sehr hohen Tempi wurde das sehr gute Niveau nicht beeinträchtigt. Eine weitere Kostprobe des Leistungsvermögens wurde mit «The Best of Henry Mancini» erbracht und nochmals grosser Applaus geerntet.

Roland von Arb leitet die Jugendmusik Aaregäu. Von ihr waren vier Vorträge zu hören. Hervorzuheben ist «Silhouette». Das Solo spielte Jovin Barrer auf dem Tenorsaxofon technisch wie auch musikalisch auf sehr gutem Niveau, wobei er von einer guten Begleitung profitieren durfte. Ein echtes Heimspiel hatten die Young Harmonists Balsthal unter Andreas Kamber. Der Saal platzte aus allen Nähten, als das einheimische Orchester – dank der guten Besetzung darf dieses Attribut verwendet werden – die Bühne betrat. Von den Balsthalern waren drei Nummern angesagt. Auch hier darf «Skyfall», ein Solostück für Waldhorn, hervorgehoben werden. Es ist eher aussergewöhnlich, dass ein Jugendorchester über einen so grossen Waldhornsatz verfügt. Doch nicht nur die Grösse, sondern auch die Güte konnte voll überzeugen.

Die Kleinste und Jüngste

Nach der Grossformation Balsthal hatte eines der kleinsten und wohl auch der jüngsten Ensembles einen nicht leichten Stand. Die Thaler Jugendband, sie wird von Roger Stöckli geleitet, beseitigte aber gleich mit «Super Trouper» alle Zweifel. Nach dem Motto «klein, aber fein» wurde nicht nur geschickt die Stückwahl getroffen, sondern gleichzeitig sauber und präzise gespielt. Der riesige Applaus war nicht nur verdient, sondern ehrlich gemeint.

Wie aus dem Namen hervorgeht, spielt die Junior Brass Aedermannsdorf in sogenannter Blech- oder eben Brass-Besetzung. Der besondere Sound einer solchen Formation war gleich mit der Eröffnungsnummer «A Suite Petite» unverkennbar. Unverkennbar auch die Feststellung, dass die Aedermannsdörfer unter Monika Eggenschwiler erneut einen grossen Schritt vorwärtsgemacht haben. «The Vibraphon has left the Building» hiess die folgende Darbietung. Joel Müller auf dem Vibraphon gab eine eindrückliche Vorstellung und bildete mit den Bläserinnen und Bläsern eine starke Einheit. Zum Abschluss bewiesen die Aedermannsdörfer mit «Happy», dass sie voller Begeisterung musizieren und dabei wohl auch happy sind.

Die nachfolgende Jugendmusik spielte wieder in Harmonie-Besetzung. Aus der Nachbarschaft angereist war das Jugendspiel Mümliswil-Ramiswil mit ihrem Leiter Marco Nussbaumer. Mit verschiedenen Einlagen wurden Effekte gekonnt umgesetzt und volle Aufmerksamkeit beim Publikum erreicht.

Einziger Gast aus dem oberen Kantonsteil war die Jugendmusik Solothurn. Unter der Leitung von Lukas Vogelsang waren diesmal nicht Unterhaltungsstücke, sondern eher für einen musikalischen Wettbewerb geeignete Kompositionen zu hören.

«The Witch and the Saint» und Rapsodia waren angesagt. Beide Vorträge gelangen sehr gut, wobei unverkennbar war, dass das Durchschnittsalter bei den Solothurnern im Vergleich zu den andern doch etwas höher war und dadurch auch schon eine gewisse Routine zum Ausdruck kam.

Drei Solotrompeter

Die Zuschauerreihen hatten sich inzwischen etwas gelichtet, als die Jugendmusik Gösglingen mit seinen beiden Leitern Christoph Oeschger und Urs Bachofer zum Wettbewerb antraten. «3 Tops» hiess der hervorstechende Vortrag und dazu beigetragen haben die drei Solotrompeter mit ihren bemerkenswerten Soli.

Den Reigen der Darbietungen schlossen die Jugendmusik Härkingen-Neuendorf (Leitung Andreas Moser) und zu guter Letzt das Jugendensemble Hägendorf-Rickenbach unter der Leitung von Michael Stalder. Beide Formationen rundeten einen auf grosses Interesse gestossenen Jugendmusiktag in Balsthal ab. Lassen wir von den drei Juroren Kilian Grütter, Markus Morgenegg und Mario Schubiger vom Letzteren ein kurzes Fazit geben: «Nicht nur die grossen, sondern auch die kleineren Formationen haben ihr Möglichstes getan. Ich würde mir noch mehr Mut zum Musizieren und nicht nur zum Notenlesen wünschen.»

Zu hoffen ist, dass die «Grossen» am kommenden Wochenende beim Regionalmusiktag Balsthal diesen Wunsch erfüllen mögen.