Laupersdorf
Die Wiesel nutzen den neuen Wohnraum, der für sie geschaffen wurde

In Laupersdorf wurde ein weiterer Teil des Projekts «Natur im Siedlungsraum» in die Tat umgesetzt.

Rudolf Schnyder
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Solche Asthaufen in der Nähe der Dünnern bieten Wieseln und anderen Tieren Lebensraum.

Solche Asthaufen in der Nähe der Dünnern bieten Wieseln und anderen Tieren Lebensraum.

Rudolf Schnyder

Heute leidet der lokale Siedlungsraum, weil er sich durch die Bautätigkeit und Urbanisierung verändert. Viele Arten, Pflanzen und Tiere, verschwinden, wenn ihnen damit der natürliche Lebensraum entzogen wird. Doch der Kontakt zur Natur ist ein menschliches Bedürfnis.

Eine Ist-Aufnahme des Siedlungsraums in Laupersdorf hat gezeigt, dass das ökologische Potenzial noch nicht ausgenutzt ist. Dies liegt einerseits an der mangelnden ökologischen Qualität vieler Grünflächen wie Gärten oder Freiflächen der Gemeinde und andererseits an Bepflanzung, Pflege und Unterhalt der bestehenden Flächen.

Die Gemeinde Laupersdorf hat sich im Bereich Biodiversität bereits erfolgreich engagiert. So bei der Gestaltung und Bepflanzung der Schulhaus-Umgebung, mit dem alljährlichen «Tag der Natur» sowie einer Bestandesaufnahme mit Pflegeplan der kommunal geschützten Objekte.

Rabatte bei der Kirche werden neu bepflanzt

Die Arbeitsgruppe des Projektes «Natur im Siedlungsraum» hat in der Gemeinde Laupersdorf schon ein paar Ideen in die Tat umgesetzt. So wurde im Verlauf des Jahres 2020 im Dorfkern der Grünstreifen, an welchem früher der offene Dorfbach durchfloss, mit einheimischen Pflanzen, Sträuchern und Blumen bepflanzt. An speziellen Arbeitstagen – jeweils samstags – halfen Freiwillige aus der Dorfbevölkerung mit.

In Zusammenarbeit mit der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Laupersdorf wird im Frühling 2021 eine grosse Rabatte zwischen der Kirche St. Martin und dem Friedhof neu bepflanzt. Die Rodung der bisherigen Sträucher und Büsche sowie der Erdaustauch wurden von der Kirchgemeinde schon vorgenommen.

Wiesel nutzen den neuen Lebensraum schon

Im Januar 2021 haben coronabedingt nur einzelne Mitglieder der Arbeitsgruppe an der Dünnern zwischen den beiden Dünnernbrücken Enerholzstrasse und Moosweg auf gemeindeeigenem Land drei Asthaufen aufgeschichtet. Dabei wurden Eingänge für allfällige spätere «Bewohner» geschaffen. Die Äste stammen vom Schnitt der Ufergehölze der Dünnern. «Mit den Asthaufen möchten wir im Bereich des Dünnernufers – das Gebiet grenzt an die Landwirtschaftszone – eigentlichen Wohnraum primär für Wiesel schaffen», sagt Monika Kämpf Schwaller, von der Arbeitsgruppe «Natur im Siedlungsraum».

«Denkbar wäre es auch, dass Ringelnattern, Kröten oder Igel diese Asthaufen nutzen könnten», erklärte die Biologin weiter. Wiesel wurden in diesem Gebiet von Anwohnern und Spaziergängern schon einige gesichtet. Auch befindet sich an der Uferböschung der Dünnern seit längerer Zeit ein bewohnter Dachsbau.