Dünnernsanierung

So soll die Dünnern in Matzendorf instand gestellt werden

Das Dünnernbachbett soll saniert, aber nicht renaturiert werden. (Bild:18.12.2019)

Das Dünnernbachbett soll saniert, aber nicht renaturiert werden. (Bild:18.12.2019)

Das Bachbett des Thaler Gewässers ist insbesondere bei Matzendorf stark sanierungsbedürftig.

Die Dünnern wurde im Thal in den 1940er Jahren kanalisiert. Dabei wurde der Bach zum grössten Teil in einem sogenannten Trapezprofil begradigt, um damit grössere Überschwemmungen zu vermeiden. Tatsächlich ist die Dünnern seit diesen Massnahmen nie mehr über die Ufer getreten. Damals wurde in einigen Bereichen der sogenannte Böschungsfuss recht steil mit Leithölzern und mit Mauerwerk befestigt. 1983 zeigten sich im Dünnernbett im Bereich von Matzendorf erste altersbedingte Schäden. Das bestehende Trapezprofil wurde dabei wieder in der gleichen Bautechnik instand gestellt.

Ab 2010 zeigten sich wieder die gleichen Schadensbilder wie vorher. Eine Sanierung wurde seither nicht mehr an die Hand genommen. Doch seit 2018 präsentieren sich entlang der gesamten Dünnernkorrektur unzählige kleinere und grössere Schadstellen.

Die am stärksten betroffenen Abschnitte innerhalb der Gemeinde Matzendorf sind in zwei Bereichen feststellbar und belaufen sich insgesamt auf rund 500 Meter. Matzendorf ist es wichtig, diese Fehlstellen zu beheben, da mit dem unstabilen Uferbereich Schäden an angrenzenden Werkleitungen befürchtet werden.

Zunächst hat die Gemeinde durch das Büro BSB Ingenieure und Partner Grundlagen zum Zustand des Dünnernbetts und Vorschläge zu einer Sanierung ausarbeiten lassen. Die Ingenieure kommen zum Schluss, dass aufgrund der Schäden ein wirtschaftlich sinnvolles Instandsetzungskonzept erarbeitet werden soll und erwähnen, dass das Gerinne in Aedermannsdorf ein ähnliches Schadensbild aufweise. Daher soll eine Absprache mit der Nachbargemeinde erfolgen. Der grössere Teil des betroffenen Perimeters liegt aber unmittelbar östlich der Gemeindegrenze zu Aedermannsdorf.

Grundsätzlich wird festgehalten, dass die grössten Abflussmengen der Dünnern im Spätwinter oder im Frühling auftreten, dass aber keine ausgeprägten Abflusspeaks zu verzeichnen seien.

Auf der gesamten Länge innerhalb des Projektperimeters wird die Dünnern aus heutiger Sicht als stark beeinträchtigt eingestuft, was durch die Begradigung verursacht wurde. Der Uferbewuchs sei dennoch gewässergerecht, heisst es im Bericht.

Abflusskapazität soll aufrecht erhalten bleiben

Innerhalb des zur Diskussion stehenden Perimeters verlaufen verschiedene Werkleitungen der Gemeinde. Es handelt sich dabei um Einleitungen von unverschmutztem Regenabwasser oder Drainageleitungen, um eine querende Werkleitung westlich der Horngrabenbrücke, um die am nördlichen Ufer entlang verlaufende Abwasserleitung des Zweckverbandes Abwasserregion Falkenstein sowie um Elektro- und Wasserleitungen entlang der Dünnernstrasse. Wichtig: Der Gewässerraum und die angrenzenden Strassen befinden sich alle im Besitz der öffentlichen Hand und liegen nicht auf privaten Grundstücken.

Bei einer Begehung im Frühling 2019 begutachteten die Ingenieure verschiedene Schadenflächen genauer. Entsprechend wurden Massnahmen für die unterschiedlichen Schäden vorgeschlagen.

Grundsätzlich soll dabei Ziel sein, dass der Uferhang und somit auch die angrenzenden Infrastrukturbauten wie Wege und Werkleitungen geschützt werden und die Erosion nicht mehr weiter voranschreitet. Ebenso soll aber eine genügend grosse Abflusskapazität aufrechterhalten werden.

Mithilfe von Faschinen (Reisig- oder Rutenbündel, die bei Böschungsabbrüchen zum Einsatz kommen) könne nebst der Ufersicherung auch eine Erhöhung der heute gewünschten Strömungsvielfalt erreicht werden, schreiben die Fachleute. Geachtet wird bei der Sanierung auch auf naturnahen Wasserbau. Zum Einsatz sollen Kalksteinblöcke, Buhnen und Raubäume kommen. Wichtig sei auch, dass die Arbeiten mehrheitlich vom Uferweg aus oder dann bei niedrigen Wasserstand ausgeführt werden. Es sollen kein Bodenabtrag und auch keine Grabarbeiten nötig werden.

Keine Renaturierung der Dünnern geplant

Der Unterhalt an Bach und Ufer, wie er bisher von der Gemeinde Matzendorf geleistet worden sei, müsse weiterhin stattfinden. An der Budgetgemeindeversammlung vergangenen Dezember wurde über die Vorgehensweise der Sanierungsarbeiten und den zu sprechenden finanziellen Betrag der Gemeinde intensiv diskutiert (wir berichteten). Damals kam die Frage auf, warum das Bachbett denn nicht renaturiert würde, wie dies in anderen Uferbereichen der Dünnern, insbesondere im Gäu geplant sei. Die zuständigen Fachleute erklärten der Versammlung, dass im Perimeter von Matzendorf damit die Sicherheit der erwähnten Werkleitungen nicht mehr gewährleistet sei. Einige Sprecher bemerkten, dass bei der Sanierung besonders auf den Fischbestand der Dünnern geachtet werden solle, da dieser in Anbetracht der trockenen Sommer sowieso stark leide. Man solle also an die Unterschlupfmöglichkeiten aller Arten von Tieren denken.

Die Gemeindeversammlung bewilligte schliesslich das Budgetbegehren in der Höhe von 100'000 Franken; auch Bund und Kanton sollen Beiträge von bis zu 60 Prozent zahlen.

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