Welschenrohr
Ungeklärter Familienstreit: «Der Vater ist das Problem - nicht meine Brüder»

Combey Gbadjavi schickte seine jüngsten Söhne nach Benin, damit sie besser erzogen werden. Sein ältester Sohn kritisiert ihn deswegen stark - die Vorwürfe versteht der Vater nicht. Es bleibt offen, was in diesem Familienstreit stimmt und was nicht.

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Labité Gbadjavi lebt schon seit Längerem getrennt von seinem Vater Combey Gbadjavi in Mümliswil. Er macht ihm grosse Vorwürfe: Der Vater habe seine Brüder geschlagen, weil sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht hätten.

Der 24-jährige Labité gibt dem Vater die Schuld daran, dass seine 13- und 15-jährigen Brüder solche Mühe hatten, sich hier in der Schweiz einzuleben. Er sei überfordert gewesen, gibt der Sohn gegenüber «Blick» und auch «TeleM1» an.

«Die beiden kamen erst vor zwei Jahren in die Schweiz – es war schwierig für sie sich zu integrieren», sagt Labité gegenüber dem Regionalsender.

Die Mutter lebt

Combey Gbadjavi hatte seine zwei Söhne Anfang Jahr nach Benin geschickt, weil sie offenbar Probleme machten. Der heute 46-Jährige war 2006 aus politischen Gründen aus Togo geflüchtet und als Asylbewerber in die Schweiz gekommen.

Seine drei Söhne und die Tochter kamen 2013 nach. Dies nachdem die Mutter Selbstmord begangen hatte. Das zumindest erzählte der Vater seinen vier Kindern. Stimmt nicht, meint Labité. «Die Mutter lebt in Zypern.»

Die Kinder hätten Kontakt mit ihr aufnehmen wollen, doch der Vater hätte dies unterbunden. Danach hätte der Vater K. und A. erzählt, mit ihnen nach Italien in die Ferien zu fliegen. «Bei der Zwischenlandung in Casablanca merkten sie, dass sie in Afrika waren», so Labité im «Blick».

Die Jugendlichen meldeten sich bei den Schweizer Behörden und wurden zurückgeholt. Vorher sollen sie sich laut Labité im Untersuchungsgefängnis noch mit Malaria angesteckt haben. In der Schweiz mussten sie deshalb behandelt werden. «Wer macht so etwas? Er ist ein schlechter Vater», so Labité Gbadjavi.

Der Vater kann diese Aussagen nicht verstehen. Schliesslich habe er seine Kinder in die Schweiz gebracht, damit sie hier ein besseres Leben hätten. (ldu/nka)