Der Wintersturm Burglind fegte am Mittwoch mit einer Stärke von knapp 200 km/h über die Schweiz hinweg und hinterliess dabei vielerorts eine Spur der Verwüstung. So auch in Neuendorf, wo starke Böen Teile des Eternitdaches der Chäsi mit sich rissen, welche als Trümmer auf der Strasse landeten.

Zahlreich sind die durch den Sturm angerichteten Schäden insbesondere an den alten Bauernhäusern entlang der Dorfstrasse, auf deren Dächern noch immer zum sehr grosse Löcher in den Ziegelreihen zu sehen sind.

Über 100 Schadenmeldungen

Der einheimische Dachdecker Andreas Haller steht denn auch seit dem Abflachen des Orkans mit seinen Leuten im Dauereinsatz. Mit Blick auf die über 100 Schadenmeldungen, welche aus Neuendorf und den umliegenden Gemeinden eingegangen sind, werde es wohl bis Mitte nächster Woche dauern, bis alle Dächer wieder instandgestellt seien.

Noch nicht ausgestanden sind die Folgen des Sturms auch für den Neuendörfer Landwirt Josef Zeltner. Dabei geht es um eine rund zwölf Meter hohe Blautanne, welche um ein Haar auf das über 300 Jahre alte Bauernhaus an der Dorfstrasse 65 gekracht wäre.

Der 55-jährige Landwirt erlebte diesen für das Haus kritischen Moment aus nächster Nähe. Als die westlich des Hauses stehende Tanne etwa um 12.30 Uhr durch den Sturm samt ihrer Wurzeln umzuknicken begann, rannte Zeltner zuerst in Richtung der Dorfstrasse, um diese abzusichern.

Offenbar durch das teilweise noch im Boden befindliche Wurzelwerk änderte sich die Fallrichtung des Baumes urplötzlich in Richtung des alten Bauernhauses. Zeltner blieb in diesem Moment nur noch die Hoffnung, dass das Haus beim Aufprall des Stamms nicht allzu stark beschädigt wird.

Spektakulär: So präsentierte sich die Situation am Freitag.

Spektakulär: So präsentierte sich die Situation am Freitag.  

Föhre verhinderte Aufprall

Dank einer nahe am Haus stehenden Föhre, auf welche die Blautanne fiel und hängen bleib, kam es schliesslich nicht zum Äussersten. «Wir hatten Glück im Unglück, am Haus gab es wegen des umgestürzten Baums keine Schäden», sagt Zeltner erleichtert. Froh ist der Landwirt ferner, dass sich die Tanne in einer stabilen Position befindet und deshalb keine unmittelbare Absturzgefahr besteht. Mit der etwas heiklen Entfernung des Baums hat er aus versicherungstechnischen Gründen ein spezialisiertes Unternehmen beauftragt.

Wann die auf der erwähnten Föhre liegende Blautanne entfernt wird, konnte Zeltner nicht sagen. Die damit betraute Firma sei noch andernorts im Einsatz, komme aber so bald als möglich. Selbst geholfen hat sich der Landwirt hingegen beim Ersatz der etwa 200 Ziegel, welche der Sturm vom First des Wohnhaustraktes und vom Scheunendach gefegt hatte.