Promatec
Derendinger Firma entwickelt Roboter fürs Suchen und Aufräumen

Die Derendinger Firma Promatec hat ein computerisiertes Lager für Kleinteile entwickelt. Das KMU mit 12 Mitarbeitern setzt grosse Hoffnungen auf die patentierte Erfindung.

Andreas Toggweiler
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Ein Hochregallager, das ins Wohnzimmer passt
11 Bilder
Rahmen für eine erste Serie
Die Schubladen können bis zu 12 Fächer haben
Der Roboter-Schlitten hat eine Schublade geholt
Die Fächer sind in der Höhe variabel
Der Prototyp ist im eigenen Lager in Betrieb
Blick in die eigene Produktion
Produkte
Handarbeit an der Drehbank
Automat für die Ferkel-Narkose - ein weiteres Produkt
Aluprofile können es in sich haben

Ein Hochregallager, das ins Wohnzimmer passt

AZ

Immer wieder entwickeln KMU in der Region Produkte für Marktnischen. Die 1991 gegründete Derendinger Firma Promatec Automation AG ist eine solche Firma. Firmenchef Fritz Schär (Inkwil) hofft nun, dass seine Neuentwicklung breitere Anwendung findet. «Mit Suchen und Aufräumen verbringt der Mensch viel Zeit, die man für produktivere Aufgaben verwenden könnte», erklärt Schär. Zusammen mit seinem Mitarbeiter Daniel Meier hat er ein System entwickelt, das die Ein- und Auslagerung von Kleinteilen rationalisiert und dabei den vorhandenen Platz optimal ausnützt.
Das neue Lagersystem hat lediglich die Grösse einer Wohnwand und kann dabei bis zu 12 000 unterschiedliche Artikelposten verwalten.

Flexibel auf alle Seiten

Das System kann Objekte unterschiedlichster Grössen «handeln»: Von kleinsten Schrauben (z. B. für die Uhrenindustrie), über Baugruppen bis zu Teilen, die so hoch sind wie ein A4-Blatt. Die standardmässig 1000 Schubladen sind nämlich nicht nur in der Fläche unterteilbar, sondern auch in der Höhe. Der Roboter räumt dabei die Behälter immer automatisch so ein, dass der Platz optimal ausgenützt wird. Nach einer Eichung erkennt das System bei Teilen aufgrund des Gewichts, wie viel von einem Posten noch vorhanden sind.

«Damit lässt sich die Lagerbewirtschaftung optimieren und das Inventar ist immer aktuell», erklärt Schär. Mit Stücklisten gefüttert, werden auch die für Montagen benötigten Bauteile automatisch zusammengetragen.

«Wir sehen für das Gerät Anwendungen in ganz unterschiedlichen Branchen», erklärt der stv. Geschäftsführer Simon Schär. Nebst der Industrie könnten auch Handel, Apotheken, Spitäler, Autowerkstätten oder Bürobetriebe damit ihre Logistik rationalisieren. Im Sommer will man das FlexStore 1000 genannte Gerät auch an Fachmessen präsentieren.

Von der Idee zum Produkt

Promatec musste sich seit der Gründung immer wieder aktuellen Marktentwicklungen anpassen. In den 90er-Jahren war man mit Werkzeugwechslern für CNC-Maschinen gross geworden und belieferte namhafte Firmen der Maschinenindustrie. Später entwickelte und baute die Firma Automaten und Applikationen aller Art oder modifizierte Systeme für die Industrie. «Weil wir einen kompletten Maschinenpark haben, können wir auf Kundenwünsche rasch reagieren», erklärt Simon Schär. Ein erfolgreiches Nischenprodukt ist beispielsweise ein Narkose-Apparat für die Ferkelkastration. Als weiteres Standbein wurde ein Handel mit Aluminiumprofilen aufgebaut.

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