Selzach
Erdbeeren, Kirschen und Zwetschgen: Schwere Zeiten für Früchte

«Diese Saison haben wir einen Ertragsausfall von ungefähr 15 Prozent.» Ruth und Hansueli Mann betreiben in Selzach Gemüseanbau und haben, so wie viele andere Gemüsepflanzer in der Region, in diesem Sommer unter dem starken Regen zu leiden.

Rebekka Balzarini
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Dieses Jahr konnte nicht so oft auf Erdbeeri-Feldern geerntet werden wie üblich. Noch rund zwei Wochen soll es möglich sein. urs lindt

Dieses Jahr konnte nicht so oft auf Erdbeeri-Feldern geerntet werden wie üblich. Noch rund zwei Wochen soll es möglich sein. urs lindt

Die nasse Witterung und die schwül-feuchten Bedingungen verursachen bei den Beeren Graufäule, sodass sie für den Handel nicht mehr brauchbar sind.

Noch keine genauen Zahlen nennen kann Landwirt Stefan Rüfenacht aus Mühledorf, doch sieht bei ihm die Situation ähnlich aus: «Durch das schlechte Wetter hat die Qualität gelitten, die Erdbeeren waren nicht lange haltbar.» Für die Lagerung, den Transport und den Verkauf sei dies problematisch. Zwar könne er im Grossen und Ganzen noch zufrieden sein, aber aufgrund des Wetters sei es schon eine schwierige Saison gewesen. Er schätzt, dass noch rund zwei Wochen auf dem Feld geerntet werden kann. Um den erlittenen Verlust möglichst in Grenzen zu halten, produzieren Manns Erdbeerwein sowie Marmelade für die Märkte in der Region. «Die geplatzten Früchte sind so immerhin nicht ganz verloren.»

Phillip Gut von der Fachstelle für Spezialkulturen vom Wallierhof rechnet durchschnittlich gar mit noch höheren Verlusten als 15 Prozent, da kleinere Betriebe als jener der Familie Mann weniger Möglichkeiten haben, die Beeren zu schützen.

Dies wird auf Nachfrage von Karl Schenk vom Biogut Madiswil bestätigt. «Wir haben 20 Prozent weniger geerntet als letztes Jahr», erklärt er. Die Beeren, die er habe ernten können, seien allerdings sehr gut gewesen.

Nicht nur Erdbeeren, auch andere Obstsorten sind von den Regenfällen betroffen. Aufgrund von Spätfrost gibt es schmerzhafte Einbussen bei der Zwetschgen- und Aprikosenernte, und laut Philip Gut ist die Kirschernte in diesem Sommer ebenfalls grösstenteils ins Wasser gefallen. Die Früchte platzen, wenn sie nicht abgedeckt sind, wegen der Feuchtigkeit auf, genau wie die Erdbeeren. Zusätzlich gibt es weniger wilde Kirschen in den Wäldern und dies führt auf den Plantagen der Obstbauern zu vermehrten Schäden durch Vögel, welche über die reifen Früchte herfallen. Familie Mann hatte Glück: «Die Kirschen konnten wir dank unseren Abdeckungen glücklicherweise grösstenteils retten», erklärt Ruth Mann.