Raumplanung

Kein See in Seewen: Die Gemeinde wartet immer noch auf ihr Gewässer

Vom Seewner See wurde eine Visualisierung erstellt. Gebaut wird er wohl noch lange nicht.

Die Pläne, den einstigen See zu revitalisieren, liegen brach. Der neue Gemeindepräsident steht dem Vorhaben skeptisch gegenüber.

Während es in Aesch mit dem Vorhaben, einen See zu errichten, vorwärts geht, herrscht in Seewen Stillstand. Die Pläne, einen ehemaligen See zu revitalisieren und als Publikumsmagnet zu nutzen, liegen auf Eis. Dabei wären die Voraussetzungen gegeben, um das Gewässer anzulegen.

Der Name der Gemeinde im Schwarzbubenland deutet es an: Hier existierte einst ein grösserer See. Der durch einen Bergsturz entstandene See erreichte eine Länge von zwei Kilometern und eine Tiefe von etwa zehn Metern. Im 16. Jahrhundert liessen die Einwohner das Wasser des Sees abfliessen, da sie die Mückenplagen im Sommer störten. Der See wurde nicht ganz trockengelegt, sondern es entstand ein Sumpf. Erst von 1919 bis 1923 führte man eine Drainage des Seebodens durch, damit das Land als Kulturland genutzt werden konnte.

Machbarkeitsstudie ist mehr als ein Jahrzehnt alt

Seit Jahren gibt es Bestrebungen, den See wieder zu errichten. 2003 sprachen sich 67 Prozent der Bevölkerung für den See aus. Im selben Jahr ergab eine Machbarkeitsstudie, dass das Auffüllen des früheren Seegebiets nicht einmal zwei Monate dauern würde.

Auf Initiative des einstigen Seewner Gemeindepräsidenten und Geografen Philippe Weber wurde 2016 eine Bachelorarbeit über die Machbarkeit verfasst. Das Resultat war klar: «Hydrologisch wäre es möglich, einen See wieder aufzustauen», sagt Henning Lebrenz, der die Arbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz betreute, auf Anfrage. «Es regnet genug, sodass ausreichend Wasser vorhanden wäre.»

Projekt sei heute nicht mehr prioritär

Seit den letzten Bemühungen sind drei Jahre vergangen. Nachdem Philippe Weber im Jahr 2016 zurückgetreten war, ist es still um einen See geworden. Beim Forum Schwarzbubenland, einem auf Wirtschaftsförderung spezialisierten Verein, der damals die Pläne unterstützte, tönt es heute so: «Dieses Projekt ist für uns nicht prioritär», sagt Geschäftsführer Roland Schmutz. Begeisterung klingt anders.

Der aktuelle Seewner Gemeindepräsident ist ein Skeptiker eines künstlichen Sees. «Das Gebiet des ehemaligen Sees bietet die ertragreichsten Böden in der Gemeinde», sagt er. Es sei fraglich, ob Seewen durch einen weiteren See die nötigen Impulse erhalte. Denn mit dem Basler Weiher ist bereits ein See vorhanden. Eher solle man für diesen einen Fussweg errichten. Zudem würden sämtliche Wasserthemen von Gemeinde und Kanton gemeinsam bearbeitet. Im Zuge der Ortsplanrevision werde die Bevölkerung nochmals zum See befragt, so Esslinger. Es wird spannend zu sehen, ob sich wieder 67 Prozent für den See entscheiden.

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