Bättwil
Oberstufenschülerin baut in über 100 Stunden eine Gitarre

Mit der Hilfe ihres Lehrers realisierte eine Oberstufenschülerin aus Bättwil ein anspruchsvolles Projekt: Die 16-jährige Ines Haberthür baute eine Gitarre.

Martin Staub
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Alexander Stebler erklärt seiner Schülerin Ines Haberthür den Zusammenbau der Gitarre.

Alexander Stebler erklärt seiner Schülerin Ines Haberthür den Zusammenbau der Gitarre.

Martin Staub

Ines Haberthür liebt die Musik. Seit sechs Jahren schon geniesst die 16-Jährige Unterricht in Klassischer Gitarre an der Musikschule Solothurnisches Leimental (Musol). «Mit Begeisterung», sagt sie.

Nun geht für die Hofstetterin ein Traum in Erfüllung. In diesen Tagen darf sie unter Anleitung ihres Lehrers Alexander Stebler die sechs Saiten auf ihrer selbst gebauten Gitarre aufziehen, worauf das neue Instrument pünktlich zu Weihnachten spielbereit ist. Für Ines ein Geschenk, für das sie lange und intensiv gearbeitet hat.

Aus einer musikalischen Familie

Alexander Stebler, aus einer musikalischen Familie stammend, hat erst mit 20 Jahren angefangen, Klassische Gitarre zu spielen. «Viel zu spät, um wirklich gut spielen zu können», erklärt der in Meltingen wohnhafte Lehrer, der aber vom Instrument als solchem «gepackt» wurde. Deshalb begann er mit dem Eigenbau von Konzertgitarren aus einheimischen Hölzern.

«13 Instrumente, Marke ‹Eigenbau› sind es mittlerweile», wie der 43-Jährige zu Protokoll gibt. Im Oberstufenzentrum Leimental (OZL) unterrichtet Stebler das Fach Technisches Gestalten, unter anderem auch der Klasse mit Ines Haberthür, die im kommenden Sommer ihr neuntes und letztes Schuljahr abschliesst.

«Damit werden im Zug der Schulreformen die Stufen Ober-, Sekundar- und Bezirksschule verschwinden und somit auch viele Werkstunden wegfallen, weil dann in den künftigen Profilklassen im 9. Schuljahr nur noch rund ein Drittel der Jugendlichen Technisches Gestalten im Stundenplan haben wird», erklärt Stebler. «Projekte, wie jenes, das Ines nun nach unzähligen Arbeitsstunden – rund 100 Stunden – abschliesst, dürften dann möglicherweise schwieriger umzusetzen sein», sagt Alexander Stebler.

Umso mehr freut sich der gelernte Schreiner, dass er Ines mit seinem Gitarrenbau-Virus anstecken konnte. «Gerne hätte ich Gitarrenbau als Wahlfach am OZL angeboten, was aber aus terminlichen Gründen nicht möglich war», sagt Stebler. Es bedeutete für ihn eine Selbstverständlichkeit, mit seiner interessierten Schülerin Ines diese aufwendige Werkarbeit gleich zu Beginn des Schuljahres in Angriff zu nehmen.

Anfänglich noch etwas skeptisch, freut er sich nun umso mehr über die Ausdauer und den Fleiss der Jugendlichen, die nun mit Stolz ihre hochwertige «Handmade»-Konzertgitarre präsentieren und bespielen darf.