Tiefrote Zahlen
Schock für den Gemeinderat: Zullwiller lehnen das Budget ab

Die Finanzen des Dorfs im Schwarzbubenland sind desaströs. Die Massnahmen werden den Einwohnern nicht gefallen.

Dimitri Hofer
Drucken
Teilen
Die Einwohnergemeinde Zullwil.

Die Einwohnergemeinde Zullwil.

wikipedia

Verdutzt blickten sich die Gemeinderäte von Zullwil an. Die Gemeindeversammlung hatte gerade das Budget für das Jahr 2021 deutlich bachab geschickt. Auch eine Erhöhung des Steuerfusses um elf Prozentpunkte auf 139 Prozent hiessen nur wenige gut.

Die Versammlung in der Mehrzweckhalle March machte klar: Die finanzielle Lage der Thiersteiner Gemeinde ist alarmierend. An der Gemeindeversammlung im Juli hatten die Anwesenden die Rechnung des Jahres 2019 zurückgewiesen. Am Mittwochabend holte man mit ausführlichen Informationen über das schlechte Ergebnis nach, was damals moniert wurde. Das Minus von 700'000 Franken sei durch Mehrkosten in verschiedenen Bereichen, tiefere Steuereinnahmen und weniger Geld aus dem kantonalen Finanzausgleich begründet.

Gemeinde kann gebundene Ausgaben bezahlen

Eine Besserung ist nicht in Sicht. Zullwil rechnet in den nächsten Jahren mit einem Defizit von jeweils 500'000 Franken. Die Stimmberechtigten genehmigten die Rechnung letztlich zähneknirschend, lehnten das Budget aber ab.

Es stellt sich die Frage, wie Zullwil ab dem 1. Januar wirtschaften kann. «Die gebundenen Ausgaben können bezahlt werden», sagt die Zullwiler Finanzverwalterin Monika Probst auf Anfrage. Mit der Zullwiler Rechnungsprüfungskommission und dem Amt für Gemeinden werde man die Situation anschauen. «An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung legen wir das Budget Anfang nächsten Jahres nochmals vor.» Es führe jedoch wahrscheinlich kein Weg daran vorbei, die Gemeindesteuern stark zu erhöhen.