Büsserach

Stacheldraht wurde für Stute Kalinka zur Todesfalle

Primo Borer unternimmt einen Ausritt mit seiner Stute Kalinka. Das Tier schlägt mit dem Hinterbein aus und verfängt sich in einem Stacheldraht. Für das Pferd kam jede Hilfe zu spät.

Primo Borer unternimmt einen Ausritt mit seiner Stute Kalinka. Das Tier schlägt mit dem Hinterbein aus und verfängt sich in einem Stacheldraht. Für das Pferd kam jede Hilfe zu spät.

Stute Kalinka hat sich bei einem Ausritt im Schwarzbubenland im Stacheldraht verfangen. Das Pferd wurde dabei so schwer verletzt, dass sein Besitzer es von seinen Leiden erlösen musste.

Es hätte für Primo Borer ein schöner Ausritt mit einem seiner Lieblingspferde werden sollen. Für seine Zuchtstute Kalinka sollte es der letzte sein. Ein Stacheldraht am Dorfrand von Büsserach wurde ihr zum Verhängnis.

Vielleicht hatte sich Kalinka ab einer Pferdebremse erschreckt, mutmasst der Pferdebesitzer gegenüber Tele M1. Das Tier schlug mit dem Hinterbein aus und verwickelte sich dabei im angrenzenden Stacheldraht. «Sie zappelte, bis der Draht riss», schildert der 73-Jährige, der beim Sturz glücklicherweise unverletzt blieb.

Sein Pferd hatte weniger Glück. Primo Borer musste sie schweren Herzens notschlachten. Die Verletzungen waren zu gross. «Das ganze Fell war abgerissen, vom Sprunggelenk 20 Zentimeter – bis auf den Knochen.» Solche Verletzungen heilen bei einem Pferd nur sehr schlecht, weiss der Pferdebesitzer aus dem Schwarzbubenland.

Tierschützer gegen Stacheldraht

Tierschützern sind Stacheldrahtzäune auf Weiden schon seit langem ein Dorn im Auge. Diese würden schnell zu sehr gravierenden Verletzungen führen. «Zum einen bei Nutztieren, aber auch bei Wildtieren», meint Cesare Sciarra vom Schweizer Tierschutz STS. Aber auch für Menschen stellten sie eine Gefahr dar, beispielsweise beim Skifahren oder Snowboarden.

Mit einem Elektrozaun wäre Kalinka wahrscheinlich noch am Leben. Der Landwirt, auf dessen Weide der Stacheldrahtzaun steht, will sich nicht zum Fall äussern. Er gibt aber zu verstehen, dass der Zaun bereits 30 Jahre alt und für ihn die günstigste Lösung sei. Primo Borer hat dafür kein Verständnis. Er hofft, dass Bauern in Zukunft auf Stacheldraht verzichten. 

In der Schweiz gilt nur ein Teilverbot für Stacheldraht. Auf Kuhweiden wie jener in Büsserach sind sie erlaubt. (cze)

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