Medizinaltechnik

Ypsomed baut Produktion aus und schafft 100 neue Arbeitsplätze

Autoinjektoren von Ypsomed  (Archiv)

Autoinjektoren von Ypsomed (Archiv)

Der Medizinaltechnik-Hersteller Ypsomed mit Sitz in Burgdorf will seine Produktion ausbauen. Ab Ende 2016 wird das Unternehmen mit einer neuen Anlage dem französischen Pharmakonzern Sanofi Millionen von Bestandteilen für Injektionssysteme liefern.

Der Burgdorfer Medizinaltechnikkonzern Ypsomed verstärkt seine Partnerschaft mit dem dem französischen Pharmakonzern Sanofi. Dazu will Ypsomed eine zusätzliche Produktionslinie aufbauen, um Komponenten für Injektionssysteme herzustellen, wie das Unternehmen gestern bekannt gab. Ypsomed werde als Lohnfertiger Pen-Komponenten im zweistelligen Millionenbereich fertigen und an Sanofi liefern.

Investition für 20 Mio. Franken

Das Grossprojekt soll die langfristige Zusammenarbeit weiter stärken. Beide Firmen wollen insgesamt rund 20 Millionen Franken in die neue Anlage investieren, wie Ypsomed-Sprecher Benjamin Overney auf Anfrage ergänzt. Die Anlagen werden in der Lage sein, verschiedene Varianten von Injektionssystemen zu fertigen. Für die Vergabe seien «die hochstehende Produktionsqualität und das einmalige Know-how im Bereich Injektionssysteme massgebend» gewesen, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen werde für viele weitere Jahre gestärkt.

Kommt Solothurn zum Zuge?

Offen ist, wo die Anlage aufgebaut wird. «Es sind noch drei Standorte in der Evaluation, zwei im Ausland und jener in Solothurn», erklärt auf Anfrage Ypsomed-Chef Simon Michel. Da es im Solothurner Ypsomed-Werk noch Platz habe, würde ein Ausbau dort grundsätzlich Sinn machen. Der Entscheid soll in den kommenden ein bis zwei Monaten gefällt werden. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen in der Schweiz wie starker Franken, Fachkräftemangel und ausbleibende Unternehmenssteuerreform analysiere man aber auch seit sechs Monaten Standorte im Ausland. Zu den aktuellen Gesprächen mit dem Standortkanton Solothurn will sich Michel nicht äussern. Dasselbe gilt auch für Jonas Motschi, Chef vom Amt für Wirtschaft und Arbeit, zu welchem auch die Wirtschaftsförderung gehört. «Wir stehen in dieser Sache in Kontakt.»

Bis zu 100 Arbeitsplätze

Ein Entscheid für das Solothurner Werk wäre sehr positiv. Hangen doch damit viele Arbeitsplätze zusammen. Im ersten Ausbauschritt gehe es um 50 Arbeitsplätze, im Endausbau in schätzungsweise vier Jahren um insgesamt gar 100 Stellen, wie Simon Michel weiter erklärt. Ypsomed plant, die Produktion in der zweiten Jahreshälfte 2016 aufzunehmen.

Ypsomed ist seit 2004 in Solothurn präsent. In den Gebäuden, in denen früher Autophon, später Ascom und Flextronic Telefone produzierten, hat Ypsomed die Produktion von Injektionsnadeln konzentriert. Ferner werden Einwegpens, – Injektionssysteme zur dosierten Abgabe von Insulin an Diabetiker – produziert. In den letzten Jahren hat Ypsomed in zweistelliger Millionenhöhe in Anlagen in Solothurn investiert. Weltweit beschäftigt Ypsomed rund 1100 Mitarbeitende, rund 460 in Burgdorf, gegen 200 in Solothurn und rund 100 in Grenchen.

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