Wie bereits vermeldet, gelang es Lilly Graber aus Biberstein (OLG Suhr) und Eline Gemperle aus Boniswil (OLK Argus, Seon) an den Jugend-Europa- bzw. Junioren-Weltmeisterschaften eine Medaille zu gewinnen. Bei Eline Gemperle war es im Sprint-OL gar die goldene. Gleichzeitig mit den Junioren, welche Ihre Wettkämpfe vom 5. – 12. Juli in Dänemark austrugen, massen sich die Masters, also die «Senioren», in der Region von Riga (Lettland).

Und – man hat es vom OL-Kanton Aargau fast nicht anders erwartet – natürlich gelang auch dort einem Aargauer der Sprung aufs Podest: Martin Sacher aus Schinznach-Dorf, welcher für den OL-Klub bussola ok (Freiamt-Schenkenbergertal) startet, gelang über die Mitteldistanz ein fast perfekter Lauf und er erlief sich somit die Bronzemedaille.

Es blieb bei einer Medaille für die Schweizer Junioren und Juniorinnen
Nach dem perfekten Auftakt mit der Goldmedaille im Sprint erwischten leider einige junge Schweizerinnen eine Darmgrippe. Siri Suter, Rütihof (OLG Cordoba) welche es im Sprint auch ins erste Drittel der Klassierten schaffte, und Eline Gemperle, konnten die weiteren Wettkämpfe somit nicht mehr bei vollen Kräften absolvieren oder gingen richtigerweise gar nicht mehr an den Start.

Somit konnten sie auch im Staffelwettbewerb im Schweizer-Team nicht eingesetzt werden. Ein Trost für die beiden jungen Aargauer Athletinnen mag sein, dass sie – beide sind erst 19-jährig – auch im nächsten Jahr nochmals bei den Juniorinnen startberechtigt sind.

Erfahrene Hasen mit Bronze-Medaille und Ehrenplätzen

Vor allem bei den Ausdauersportarten Laufen, Skilanglauf und OL geniessen die Masters eine grosse Beliebtheit. Viele dieser Läufer und Läuferinnen gehören der Spezies «lebenslanges Sport- und Wettkampftreiben» an. Nebst den eigentlichen Wettkämpfen ist es für sie wichtig und auch immer wieder sehr schön, «alte Gegner und Kameraden» wieder zu treffen und über gemeinsame glorreiche Zeiten zu berichten.

Einer dieser Aargauer, Daniel Hotz, vom OLK Argus, ehemaliger WM-Medaillengewinner bei den Aktiven, schrammte in seiner Paradedisziplin, der Langdistanz, nur knapp am Podest vorbei: Rang 5 und nur 57 Sekunden Rückstand aufs Podest sowie seine Zeit von 54.23 Minuten über die 9,6 km (Luftlinie) zeigen seine Klasse. Gar nur um einen Rang verfehlte Stefan Bolliger von der OLK Wiggertal bei den M55 das Podest.

Ihm fehlten dafür ebenfalls nur 55 Sekunden. Grosses Pech hatte Bolliger im Sprint, wo er «eigentlich» die Bronzemedaille gewonnen hätte – doch wegen eines ärgerlichen Zwischenfalles, ein Gartentor auf der direkten Strecke, welches hätte offen stehen sollen, war abgeriegelt. Somit wurde diese Disziplin nicht gewertet.

Weder geschlossene Weidezäune noch falsch stehende Posten noch sonst irgendwie Hinderliches stoppten den 60-jährigen Schinznacher Martin Sacher. Sacher, schon zu Jugendzeiten ein ausgezeichneter OL-Läufer, was er über all die Jahre in den verschiedenen Senioren-Kategorien blieb, spielte im Mitteldistanz-Final seine ganze Klasse aus, was seine fast unglaublichen Daten bestätigen: Die Laufstrecke seiner Kategorie in Luftlinie betrug 4,3 km und beinhaltete 100m Steigung. Effektiv gelaufen ist Martin Sacher 4,63 Kilometer, also nur rund 300 Meter mehr als die kürzeste Verbindung zwischen den Posten.

WMOC-Siegerehrung

WMOC-Siegerehrung

Seine gelaufene Zeit von 26.57 Minuten liegt nur knapp über dem «5er-Schnitt», was unter den normalen Senioren-Läufern, denjenigen ohne Karte und Kompass und welche auf gut befestigten Waldwegen unterwegs sind, schon eine Schallmauer darstellt. Kein Problem für Martin Sacher: für ihn war das Gelände traumhaft schön und inmitten der vielen kleinen Hügel und Senken im offenen Pinien- und Fichtenwald fühlte er sich so richtig wohl.

Nur einmal wurde sein «Flow» gestoppt: Beim siebten Posten liess er sich von einem andern Posten etwas ablenken und verlor dadurch rund eine Minute. Uebrigens: sein Rückstand auf die Goldmedaille betrug 13 Sekunden… Nicht nur die Elite bereitet sich akribisch auf ihre Meisterschaften vor: nebst regelmässigem Lauftraining durchs Jahr hindurch, startete der fite Schinznacher eine Woche vor der Senioren-WM noch an einem 5-Tage-OL in den Dolomiten und damit durch den wunderbaren weichen und moosigen Boden beim Querlaufen auch gar nichts schief ging, übte er zuvor noch speziell das Schrittzählen. Fast selbstverständlich, dass Martin Sacher auch mit dem Kompasslaufen nicht die geringste Mühe bekundete.

Nun locken das Berner Oberland und die Region

Nach dem Wettkampf ist wieder vor dem Wettkampf. Der Orientierungslauf-Sport kennt kaum mehr Pausen im Jahr und für viele locken nun der 5-Tages-OL in der Region Gstaad anfangs August sowie der Aargauer-3-Tage-OL vom 16. – 16. August in der Region Brugg. Wetten, dass die Aargauer auch an diesen Wettkämpfen wieder ganz vorne mitmischen werden.