Challenge League
Der nächste Exploit? FC Aarau trifft auf Tabellenführer GC

Der Rückstand auf die Zürcher ist seit Jahresbeginn von zwei auf elf Punkte angewachsen: Um nach vorne nicht abreissen zu lassen, ist der FCA im Direktduell mit dem Tabellenführer auf fetten Punktezuwachs angewiesen. Pünktlich für den Knüller am Dienstagabend (18 Uhr im AZ-Liveticker) wurde die Mannschaft aufgerüstet.

Sebastian Wendel
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Szene aus dem Hinspiel im November: Aarau-Verteidiger Thiesson grätscht gegen GC-Spielmacher Santos.

Szene aus dem Hinspiel im November: Aarau-Verteidiger Thiesson grätscht gegen GC-Spielmacher Santos.

Urs Lindt / freshfocus

Was war das für ein Spiel vergangenen Mittwochabend im Brügglifeld! Erst führte der FC Aarau, dann drehte der FC Sion in Unterzahl das Skore, ehe sich der unterklassige Aussenseiter in die Verlängerung rettete und in dieser, bei immer stärkerem Schneefall, das Weiterkommen im Cup gegen die Walliser sicherte! Ein Exploit der Aarauer wie aus dem Bilderbuch.

Einen Exploit braucht das Team von Trainer Stephan Keller auch bei der Rückkehr in den Liga-Alltag: Ausgerechnet bei Tabellenführer und Aufstiegsfavorit GC tritt der FCA am Dienstagabend an.

Zwar rumpelt es auf Funktionärsebene mal wieder heftig, doch die Mannschaft konnte die Unruhen in den Büros auf dem GC-Campus bislang von sich fernhalten. Der Fussball, den GC unter Trainer Pereira spielt, ist zwar alles andere als attraktiv - dafür effizient, typischerweise erzielt GC viele Tore nach Standardsituationen, zuletzt fielen beide Treffer beim 2:0 in Thun auf diese Art und Weise. Kommt dazu: Die Zürcher profitieren regelmässig von Aussetzern der gegnerischen Abwehrreihen.

Ganz anders der FC Aarau in diesem Jahr: In allen drei Ligaspielen war das Keller-Team zwar um ansehnlichen Fussball bemüht, vergass dabei aber das Toreschiessen. Resultat: Nur einer von möglichen neun Punkten.

In der Tabelle droht Aarau damit den Anschluss zu verlieren: Vor Weihnachten lag man gerade mal zwei Punkte hinter Tabellenführer GC - mittlerweile sind es, bei einem Spiel weniger als die Zürcher, bereits 11 Zähler Rückstand. Und auch der zweite Rang ist mit 9 Punkten weit entfernt, wobei die aktuell Zweitplatzierten Thuner zwei Spiele mehr ausgetragen als die Aarauer.

Um nicht bereits früh in der Rückrunde nach ganz vorne abreissen zu lassen, ist der FCA in den kommenden drei Partien auf schnellen und fetten Punktezuwachs angewiesen: Heute gegen GC, am Freitag gegen die Überraschungsmannschaft Stade Lausanne-Ouchy und am darauffolgenden Dienstag im Nachtragsspiel gegen Xamax.

Rechtzeitig vor den wegweisenden Partien hat sich die Personalsituation entschärft: Im Sturmzentrum steht Trainer Keller mit Leihspieler Mickael Almeida eine Alternative zur Verfügung, die über viel Talent verfügt, dieses jedoch leider bislang viel zu selten abgerufen hat. Mal schauen, ob der Portugiese bei seinem zweiten Gastspiel im Brügglifeld einen reiferen Eindruck macht als in der Saison 2018/19.

Ebenfalls am Montag neu zum Team gestossen ist Linksverteidiger Bastien Conus. Beim FC Basel im Nachwuchs ausgebildet, hat sich der 23-Jährige seit Sommer 2019 die Sporen im Challenge-League-Abstiegskampf mit dem FC Chiasso abverdient. Gut möglich, dass Conus bereits am Dienstag gegen GC in der Startelf steht. Einer seiner Konkurrenten auf dieser Position, FCA-Eigengewächs Stevan Lujic, hat sich jedenfalls nach Conus' Unterschrift verabschiedet - nach Chiasso, in der Hoffnung, dort regelmässig zum Einsatz zu kommen.

Ein weiterer Linksverteidiger im FCA-Kader ist Bryan Verboom. Der Sommer-Neuzugang aus Belgien hat in seinen bisher wenigen Einsätzen gezeigt, dass er im Vollbesitz seiner Kräfte eine Bereicherung ist. Doch seit Anfang November ist Verboom nicht mehr auf dem Matchblatt aufgetaucht - Grund: Muskuläre Probleme, die schlimmer wurden, kaum nahm Verboom einen neuen Anlauf für die Rückkehr ins Teamtraining. Doch nun sieht es so gut aus wie noch nie seit Verbooms letztem Wettkampfeinsatz: Der 29-Jährige ist seit einer Woche voll ins Mannschaftstraining integriert und steht vor der Rückkehr ins Spielaufgebot - schon gegen GC?

Derweil geht es auch bei Shkelzen Gashi aufwärts: Am Montag vor dem GC-Spiel absolvierte der Stürmer, der seit Ende November wegen einer Erkrankung ausfällt, ein leichtes Lauftraining. Auf die Frage, wie es ihm gehe, lächelt Gashi und streckt den Daumen nach oben. Ganz klar: Der sechsfache Saisontorschütze brennt auf sein rasches Comeback. Doch für eine Prognose, wann Gashi wieder einsatzfähig ist, ist es viel zu früh. Unter anderem wegen der Unsicherheit bei Gashis Genesung wurde Mickael Almeida verpflichtet, so dass auf jeden Fall bis Ende Saison ein zweiter Stürmer im Kader steht.