NLA-Handball

Claudio Vögtli wurde zum Topskorer und Liebling beim TV Endingen – jetzt kehrt er mit dem BSV Bern zurück

107 Tore warf Claudio Vögtli in 24 Einsätzen für den TV Endingen.

107 Tore warf Claudio Vögtli in 24 Einsätzen für den TV Endingen.

Beim TV Endingen schaffte Claudio Vögtli in der vergangenen Saison den Durchbruch. Seine Leistungen führten ihn in diesem Sommer zum Ligakonkurrenten BSV Bern. An diesem Wochenende ist Vögtli mit seinem neuen Verein erstmals wieder zu Gast in der alten Heimat.

Die Zahlen sind beeindruckend. Nach dem Start gegen Ex-Klub Kriens-Luzern, bei dem ihm fünf Treffer gelingen, gibt es für Claudio Vögtli, den neuen Mann beim TV Endingen, kein Halten mehr. Der Linkshänder trifft und trifft und trifft, Spieltag für Spieltag. Bis im März sammeln sich über 100 Tore, mit Abstand die meisten in der Mannschaft. Claudio Vögtli, Topskorer und Liebling beim TV Endingen.

Leider aber – aus Endinger Sicht – muss man die vorangehenden Zeilen mittlerweile in der Vergangenheitsform lesen. Claudio Vögtli ist nicht mehr da – nach nur einer Saison im Aargau. Im Sommer folgte er den Rufen aus der Hauptstadt und den Abwerbeversuchen der dortigen Verantwortlichen. Nun spielt er beim BSV Bern, der an diesem Wochenende Gegner des TV Endingen sein wird.

Wir erreichen Vögtli am Telefon. Gerade hat er Pause zwischen zwei seiner Vorlesungen, die er sich zu Hause am Bildschirm anschaut. Bern ist jetzt seine Heimat, nicht nur in sportlicher Hinsicht, er führt dort auch sein Studium fort. «Ich freue mich darauf, wieder in der GoEasy Arena aufzulaufen», sagt Vögtli, angesprochen auf die Rückkehr. Und fügt an: «Der TV Endingen hat mir ein wichtiges Jahr ermöglicht.»

Der 24-Jährige ist dankbar für die Zeit, die zwar nicht einmal zwölf Monate andauerte, die ihn aber weiter gebracht hat, als es die vielen Jahre zuvor bei Kriens-Luzern je tun konnten.

Vögtli arbeitete – an seinem linken Arm mit individuellem Wurftraining, an seinem Fokus mit einem Mentalcoach. In den Spielen konnte sich Vögtli auf die Zuspiele seiner Kollegen verlassen, die wiederum darauf vertrauten, dass der Ball im Gehäuse landete, wenn er zum Wurf hochstieg. Die Symbiose funktionierte. Als der BSV anfragte, war Vögtli bereit. «Bereit, mich bei einem grösseren Verein durchzusetzen.»

In Bern muss sich Vögtli in einer neuen Rolle finden

Das Trikot, das Claudio Vögtli nun trägt, es ist noch immer rot, seine Rolle aber ist eine andere. Er ist nicht auf Anhieb Stammspieler, im Rückraum muss er sich erst einmal hinten anstellen, häufig weicht er auch auf den Flügel aus. Wehmut, oder gar Reue ob des Wechsels begleiten ihn nicht, Vögtli will sich Zeit geben, er weiss, «ich kann noch mehr».

In Bern muss sich Claudio Vögtli (ganz rechts) erst einmal hinten anstellen.

In Bern muss sich Claudio Vögtli (ganz rechts) erst einmal hinten anstellen.

Zu den alten Freunden in Endingen unterhält Vögtli noch regen Kontakt, zu Sven Schafroth, mit dem er eine Wohnung teilte, sowieso. Auch mit Noah Grau tauscht er sich öfters auf Instagram aus. Die Endinger aber können nicht darauf hoffen, dass sich Vögtli zurücknehmen wird. Dafür hat auch der BSV Bern noch zu wenige Punkte auf dem Konto. Dafür sind die Ambitionen Vögtlis zu gross. Am Samstag um 18 Uhr sieht man sich wieder.

Verfolgen Sie die Partie des TV Endingen gegen den BSV Bern am Samstag, 3. Oktober, ab 17.45 Uhr auf unserer Website im Livestream.

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