Cup-Achtelfinal
Sion-Boss Constantin vor Cupspiel in Aarau: «Für mich gibt es keinen Favoriten»

Der Präsident der Walliser bedauert, dass das Achtelfinal-Duell ohne Zuschauer stattfindet. Ins Brügglifeld kommt Constantin immer wieder gerne.

Ruedi Kuhn
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Sion-Präsident Christian Constantin im schicken Mantel mit passender Maske.

Sion-Präsident Christian Constantin im schicken Mantel mit passender Maske.

Martial Trezzini / KEYSTONE

Der prominenteste Zuschauer im Brügglifeld während des Cup-Achtelfinals zwischen dem FC Aarau und Sion ist wohl Christian Constantin! Constantin feierte als Präsident des FC Sion zwischen 1992 und 1997 und zwischen 2003 und 2021 insgesamt sieben Cup-Siege. Im aktuellen Wettbewerb strebt der 64-jährige Architekt und Unternehmer also den achten Erfolg in seiner Ära als Klubbesitzer und Klubverantwortlicher an. Das ist rekordverdächtig.

Die zahlreichen Erfolgserlebnisse im Cup sind ein Indiz dafür, dass Constantin und sein FC Sion seit Jahr und Tag ein Ziel vor Augen haben: Sie wollen der Schweiz zeigen, dass der Fussball im Wallis lebt. Dass Spiele, in denen es um alles oder nichts geht, auf den FC Sion zugeschnitten sind. Der Beweis liegt auf der Hand: Die Walliser haben in 13 Cupfinal-Teilnahmen 13 Siege geschafft. Erst im 14. Anlauf verlor der FC Sion erstmals – es war am 25. Mai 2017 mit 0:3 gegen den FC Basel.

Der FC Aarau soll in diesem Jahr nicht mehr als eine Zwischenstation auf dem Weg zum Titel Nummer 14 sein. Constantin warnt allerdings davor, den Aussenseiter zu unterschätzen. Er sieht seine Mannschaft trotz des Klassenunterschieds nicht in der Rolle des Favoriten: „Es ist für keine Mannschaft einfach, im Brügglifeld gegen den FC Aarau zu spielen“, sagt er. „Für mich gibt es keinen Favoriten. Ein Cupspiel ist unberechenbar und mit besonderen Emotionen verbunden. Umso bitterer ist es, dass im Brügglifeld keine Zuschauer zugelassen sind.“

Der FC Sion ist in der Tabelle der Super League auf Rang acht klassiert, verzeichnete in den zwei vergangenen Meisterschaftsspielen einen Aufwärtstrend und bewies vor allem Moral. Im Heimspiel gegen St. Gallen lagen die Walliser 0:1 zurück und siegten 3:2. Am vergangenen Sonntag führte Basel in der Halbzeit 2:0, Sion schaffte schliesslich noch ein 2:2. Die Mannschaft von Trainer Fabio Grosso, seines Zeichens Weltmeister mit Italien 2006, wird schon am Dienstag in den Aargau reisen, um sich ohne Stress auf den Cup-Achtelfinal vorbereiten zu können.