Cup-Handball
Das lange Warten auf ein Heimspiel geht weiter: Der HSC Suhr Aarau setzt sich gegen Pfadi durch – muss im Halbfinal aber wieder auswärts spielen

Dank einem 25:21-Auswärtssieg gegen Pfadi Winterthur steht der HSC Suhr Aarau sensationell im Cup-Halbfinal und durfte für einen Moment von einem Cup-Heimspiel träumen. Dazu kommt es in der Realität allerdings immer noch nicht. Die Aargauer müssen nämlich auswärts bei GC in Zürich antreten.

Alexander Wagner
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Handball, Cup-Viertelfinal: Pfadi Winterthur - HSC Suhr Aarau (20.11.2019)
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Damit ziehen die Gäste in den Halbfinal ein und könnten in der nächsten Runde in den Genuss eines Cup-Heimspiels kommen.
Auch auf der Bank ist der Jubel riesig.
Die Aargauer entscheiden den Cup-Kracher in Winterthur für sich.
HSC-Rückraumspieler João Ferraz setzt sich gegen zwei Winterthur durch.
Tim Aufdenblatten (l.) tankt sich durch und baut mit seinem Treffer die Führung des HSC Suhr Aarau weiter aus.
Patrick Strebel erzielte für die Gäste das zwischenzeitliche 11:6.
Tim Aufdenblatten (M, Suhr Aarau) wird in der ersten Aktion von Michal Svajlen (l) und Markus Dangers (r, Pfadi) hart angegangen. Das Trikot ist zerrissen und muss getauscht werden.
Die Aargauer wärmen sich für den Cup-Kracher in Winterthur auf.

Handball, Cup-Viertelfinal: Pfadi Winterthur - HSC Suhr Aarau (20.11.2019)

Alexander Wagner

Patrick Strebel fasste sich trotz doppelter Unterzahl ein Herz und tankte sich durch die gegnerischen Reihen. Ausgerechnet Strebel, der nur unregelmässig im Angriff zum Einsatz kommt, erzielte den 24. Treffer für Suhr und damit die endgültige Entscheidung.

Zuvor hatten sowohl der Portugiese Joao Ferraz als auch die Bank eine Zeitstrafe kassiert, weshalb es noch einmal sehr hektisch und eng wurde. «Da hätte das Spiel schon kippen können», gab Suhrs Trainer Misha Kaufmann zu. Doch im Gegensatz zu einigen anderen Partien zog der HSC durch und qualifizierten sich verdient für den Halbfinal.

Pfadi ging von der ersten Sekunde an sehr beherzt in die Partie. Gleich in der allerersten Aktion, in der man sich normalerweise zuerst einmal etwas vorsichtig abtastet, wurde Tim Aufdenblatten hart angegangen und sein Trikot war zerfetzt.

In der zweiten Aktion wurde der Captain erneut hart gefoult, was gleich die erste Zeitstrafe nach sich zog. Doch es nützte den Winterthurern wenig. Die Suhrer kamen besser ins Spiel und hatten sich bis zum Seitenwechsel einen Vorsprung von vier Treffern erarbeitet.

«Fast immer eine Lösung gefunden»

Im zweiten Umgang erwischten die Pfader den besseren Start und kamen bis auf zwei Treffer heran. Doch die Aargauer konnten rechtzeitig reagieren. Da sie permanent in Führung lagen, drückten sie nicht mehr bedingungslos aufs Tempo und spielten die Angriffe geduldig aus. Und dies mit viel Köpfchen und Konsequenz.

«Wir hatten Geduld im Angriff», bemerkte Patrick Strebel nach der Partie zufrieden und fügte an: «Wir haben fast immer eine Lösung gefunden. Manchmal vielleicht auch etwas glücklich, aber verdient.»

Strebel bemerkte, dass man sehr gut vorbereitet gewesen sei. Er wies damit auf die akribische Vorarbeit von Cheftrainer Misha Kaufmann und seines Trainerteams hin. Der ehrgeizige Coach war während der Partie zwar nie zufrieden. Aber nach dem Erfolg meinte er: «Wir haben vieles gut umgesetzt und einen Plan gefunden.»

Kein Halbfinal in der stimmungsvollen Schachenhalle

Ein Schlüssel für die Qualifikation war eben, dass die Suhrer die Angriffe lange ausspielten und dadurch den Pfadern die Möglichkeit nahmen, zu einfachen Gegenstoss-Treffern zu kommen. Denn das ist eine der grossen Waffen der Winterthurer.

Am Ende entschied wohl die bessere Moral und der grössere Wille der Aargauer – und vielleicht auch die grösseren Kraftreserven. Denn Pfadi hatte erst am Sonntag einen Einsatz im EHF-Cup, während der letzte Ernstkampf der Suhrer eine Woche zurück lag.

Viele Jahre wurden die Halbfinals und der Final im Final Four-Modus ausgetragen. Da wären die Suhrer jetzt dabei, doch dieses Format wurde abgeschafft. Der Klub stand schon einmal im Cupfinal, jedoch fehlt dieser Titel – im Gegensatz zu zwei Meisterschaften – noch im Palmarès. Dies kann der HSC Suhr Aarau jetzt nachholen.

«Aber daran denken wir jetzt noch nicht», betont Strebel. Den nächsten Schritt können die Suhrer kurz vor Weihnachten machen. Jedoch erneut nicht in der stimmungsvollen Schachenhalle, sondern in der meistens ziemlich leeren Zürcher Saalsporthalle.

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sie sich hier in der Aufzeichnung des Livestreams an: