FC Wohlen

Der FC Wohlen verliert gegen Schlusslicht Schaffhausen mit 0:1

So richtig etwas gelingen wollte beiden Mannschaften nicht wirklich.

So richtig etwas gelingen wollte beiden Mannschaften nicht wirklich.

Der FC Wohlen liefert gegen das Schlusslicht aus Schaffhausen die schlechteste Leistung der Saison ab und hat nun nur noch fünf Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz.

Seit dem Schlusspfiff sind schon einige Minuten verstrichen. Alle Wohler sind längst im Bauch des Stadion Niedermatten. Alle, ausser dem Chef. Martin Rueda sitzt noch immer auf der Spielerbank. Sein Blick ist leer. Irgendwann aber rafft er sich auf, schreitet gequält in die Katakomben und versucht, seine Gemütslage in Worte zu fassen. Unerklärlich ist eines der ersten Worte. Unverständlich das nächste. Ruedas Blick ist noch immer leer. Doch die Gedanken sind klarer. Es kommt selten vor, dass Martin Rueda dem Spiel seines Teams gar nichts Gutes abgewinnen kann. Doch heute ist so ein Abend. «Ich bin einfach enttäuscht.» 0:1 verliert der FC Wohlen das Fernsehspiel gegen den FC Schaffhausen. Nicht etwa, weil die Gäste das bessere Team waren, sondern, weil die Freiämter noch schlechter waren als der FC Schaffhausen.

Wo bleiben die Ellbogen?

Die Spieler von Axel Thoma, der gegen Wohlen erst sein zweites Spiel als Trainingsleiter des FC Schaffhausen absolvierte, waren als Todgeglaubte angereist. Während vier Monaten gelang den Gästen keinen einzigen Sieg. Die Auftritte waren oftmals trist. Doch ausgerechnet der FC Wohlen, die heimschwächste Equipe der gesamten Liga, reanimiert nun diese Mannschaft, die vor Anpfiff als auswärtsschwächste angekündigt worden war. Plötzlich sind die Schaffhauser nicht mehr Schlusslicht, plötzlich beträgt der Wohler Vorsprung auf den Abstiegsplatz nur noch fünf Punkte.

Wohlens Spielführer Alain Schultz, habe noch nie so ein Spiel erlebt. Auch er wählt in seiner Analyse bald dieses eine Wort, das an diesem Abend wie eine Krankheit durchs Stadion grassierte: unerklärbar. Das Spiel des FC Wohlen erinnerte an eine betagte Person am Rolltor: Ängstlich, ohne Stabilität, langsam.

Die Defensive fütterte mit ihrer dilettantischen Angriffsauslösung die Schaffhauser Offensivabteilung, im Mittelfeld mangelte es an Ordnung und Kreativität und im Sturm vermisste man die ausgefahrenen Ellbogen. «Wir haben alle unter Niveau gespielt», konstatiert Nico Abegglen treffend. Der Stürmer, der im Vorfeld Aufbruchsstimmung versprühte, muss plötzlich das schlechteste Spiel der Saison erklären. Totengräberstimmung. «Ich hätte nie gedacht, dass so etwas passieren könnte.» Auch Martin Rueda rechnete nicht damit. «Wir haben unter der Woche gut gearbeitet, es gab keine Anzeichen, dass es heute so ausgehen würde.» Auch darum war der Schlusspfiff nur eines: eine Erlösung.

Rueda resigniert nicht

Man dürfe jetzt nicht zu lange an dieser Niederlage rumstudieren, sagt Martin Rueda. «Dennoch müssen wir einige Punkte ansprechen.» Zum Beispiel das Umschaltspiel. Oder die Laufarbeit. Oder das Ignorieren der zweiten Bälle. Oder die weiten Bälle, für deren Verarbeitung Wohlen nicht über das geeignete Spielermaterial verfügt. Oder die 49. Minute, als Frontino einen weiten Ball annimmt, Richtung Wohler Kasten aufbricht und von Verteidiger Bürgy Begleitschutz erhält, bis der Schaffhauser letztlich den Siegtreffer markieren kann. Plötzlich ist der Abstiegskampf wieder omnipräsent beim FC Wohlen. «Ich habe immer gesagt, dass es keine einfache Saison wird», so Rueda zum Schluss. Das ist keine Resignation, sondern einfach eine Aussage, die Martin Rueda praktisch nach jeder Partie einmal macht. Diesmal ist sie adressiert an jene, die diesen Satz nach erfolgreichen Spielen stets überhörten.

Lesen Sie den Spielverlauf in unserem Liveticker nach:

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