Frauenfussball
Der Tag der Entscheidung: FCA-Frauen-Trainer Andreas Zürcher kann es kaum erwarten

Am Mittwochnachmittag informiert der FC Neunkirch, Double-Gewinner der abgelaufenen Saison, über seine Zukunft. Die Anzeichen, dass die FC Aarau Frauen doch noch in die NLA aufsteigen, mehren sich.

Dean Fuss
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Andreas Zürcher, Trainer der FC Aarau Frauen, wartet mit Anspannung auf die Bekanntgabe des Neunkirch-Entscheids

Andreas Zürcher, Trainer der FC Aarau Frauen, wartet mit Anspannung auf die Bekanntgabe des Neunkirch-Entscheids

Fabio Baranzini

«Die vergangenen Nächte waren unruhig», sagt Andreas Zürcher. Der Trainer und Technische Leiter der FC Aarau Frauen fiebert dem heutigen Nachmittag entgegen. Dann nämlich wollen die Verantwortlichen des Double-Gewinners FC Neunkirch – so zumindest wird es seit Pfingstmontag in gut informierten Kreisen einhellig kolportiert – über die sportliche Zukunft ihres Klubs informieren.

Und auch am Dienstag haben sich die Zeichen verdichtet, dass sich der FC Neunkirch aus dem Frauen-Spitzenfussball zurückziehen dürfte. Nach aktuellem Stand scheint es nicht möglich, das durch einen Finanzskandal entstandene Loch in der Klubkasse zu schliessen.

Gemäss Insidern ist die als letzte Option angestrebte Zusammenarbeit mit dem FC Schaffhausen nicht zustande gekommen. Dem Challenge-League-Klub fehlt schlichtweg das Geld dafür.

Finanzskandal drängt Neunkirch an den Abgrund

Der FC Neunkirch, der am vergangenen Wochenende mit dem Meistertitel das Double nur sieben Tage nach dem Cupsieg perfekt gemacht hat, steht aufgrund des oben genannten Finanzskandals um seinen Sportchef vor dem Aus. Dieser soll bei seinem Arbeitgeber Rimuss (gleichzeitig Neunkirch-Hauptsponsor) einen Betrag von mindestens 600'000 Franken abgezweigt und damit ein Retortenteam auf die Beine gestellt hat. Die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft laufen, es gilt die Unschuldsvermutung.

Das alles bereitet den Verantwortlichen der FCA-Frauen deshalb schlaflose Nächte, weil ihr Team im Falle eines Rückzugs der Ostschweizerinnen wohl in die NLA nachrücken dürfte. Dass sich Trainer Zürcher und Co. aber überhaupt mit dieser Möglichkeit beschäftigen müssen, liegt einzig und allein daran, dass sie den fast schon sicher geglaubten Aufstieg in der letzten Partie der Auf-/Abstiegsrunde noch vergeigt haben.

Mitleid hat Andreas Zürcher nur mit den Spielerinnen

«Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn wir sportlich aufgestiegen wären», sagt Zürcher. «Aber wir haben uns diese Ausgangslage hart erarbeitet.» Und wie: Das Team hat sich den NLB-Meistertitel mit sieben Punkten Vorsprung überlegen gesichert. «In fast jeder Sportart, die mir präsent ist, reicht das für den Aufstieg», sagt Zürcher.

Er spricht damit die schwierige Ausgangslage der abgeschlossenen Saison an, in der aufgrund der Reduktion von zehn auf acht Teams in der NLA die Aufstiegsmodalitäten mit einer Auf-/Abstiegsrunde (vier Teams aus der NLA und deren zwei aus der NLB) zusätzlich erschwert wurden.

Mitleid mit dem FC Neunkirch hat in der Welt des Schweizer Frauenfussballs niemand. Auch Zürcher nicht: «Klar, die Spielerinnen tun mir schon leid. Sie haben sich die Titel auf dem Platz erarbeitet und können nichts für die aktuelle Situation des Klubs. Trotzdem können wir nicht die Verantwortung dafür übernehmen, was in Neunkirch schiefgelaufen ist.»

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