NLB-Handball

Der TV Möhlin mischt in der NLB vorne mit - einen grossen Anteil hat ein wurfgewaltiger Neuzugang

Alexander Velz, genannt Pander, überzeugt als treffsicherer Werfer.

Alexander Velz, genannt Pander, überzeugt als treffsicherer Werfer.

Er kam im Sommer aus Deutschland zum TV Möhlin und hat auf Anhieb voll eingeschlagen. Sein Ziel ist die Bundesliga, doch zunächst will er sich im Fricktal verbessern: Alexander Velz, genannt Pander.

Warum dieser Spitzname, fragt man sich. Aus Alexander wird Pander. Nicht gerade die ­klassische Variante. Den Übernamen hat Alexander Velz von seinem Stiefvater bekommen, der ihn schon so nannte, als er fünf oder sechs Jahre alt war. Warum? «Das weiss ich leider auch nicht», sagt der 20-Jährige Velz. 95 Prozent der Menschen, die ihn kennen, nennen ihn so, schätzt er. Wenn er sich bei jemandem vorstelle, sage er aber schon seinen richtigen Vor­namen.

Alexander Velz

Alexander Velz

Pander – so nennen sie ihn auch beim TV Möhlin. Dort spielt Velz seit Beginn der ­laufenden Saison und er hat voll eingeschlagen. Bombastische 149 Tore hat der Rückraum­spieler bereits erzielt. In der Torschützenliste führt er weit vor arrivierten Spielern wie Armin Sarac (Stäfa, 104 Tore) oder Lucius Graf (Gossau, 99 Tore).

Die Sprachbarriere wird kleiner

Wie ist es möglich, dass sich ein junger Spieler, der erst noch aus einem anderen Land zum Verein stösst, derart gut in eine Mannschaft einfügt? «Dass es so schnell so gut läuft, hätte ich nicht erwartet. Ich dachte, ich würde ein paar Spiele brauchen, bis ich mich hier zurechtfinde. Aber ich wurde sehr herzlich aufgenommen, alle in Möhlin sind sehr offen», sagt Velz. ­Dadurch sei ihm vieles einfach gefallen. Die einzige Barriere sei manchmal das Schweizerdeutsch, aber «das kommt langsam», sagt er.

Zusammen mit Trainer ­Jürgen Brandstaeter ist Velz nach Möhlin gekommen. Wohnen tut er aber noch immer im 130 Kilo­meter entfernten deutschen Meissenheim. Eine Fahrt ins Training dauert mit dem Auto rund eineinhalb ­Stunden. Eine grosse Belastung, aber: «Ich habe es mir schlimmer vorgestellt», sagt Velz, der bei den Fahrten jeweils der Beifahrer seines Trainers ist. So kann er nach seinem Arbeitstag als Kaufmann doch noch etwas erholen.

Bundesliga-Angebote gibt es (noch) nicht

Schon früher erklärte Velz, dass es sein Ziel sei, eines Tages in der Bundesliga zu spielen. Daran hat auch das Engagement bei Möhlin nichts geändert. Doch dafür muss er sich noch steigern. Nicht im Angriff oder im Abschluss, nein. Seine Schwäche ist das Verteidigen. «Ich gebe immer alles und versuche, mich auch hier stets zu verbessern», sagt er. Meistens deckt er aber auf der Flügel­position. Dort, wo sich oft nicht die Abwehrspezialisten ein­finden. Seinem Ziel, eines Tages in seinem Heimatland in der ­Bundesliga zu spielen, ist Velz dank seiner Treffsicherheit in Möhlin möglicherweise dennoch einen Schritt näher ge­kommen. Angebote aus der «besten Liga der Welt» seien aber noch keine eingetroffen. «Es ist mir nichts bekannt», sagt Velz. Muss man diese Frage an seinen Manager weitergeben? «Hab ich keinen», sagt er und lacht.

Bescheidenheit ist hoch im Kurs

Zu lachen hat «Pander» derzeit viel. Einerseits, weil seine Leistungen stark sind und ­andererseits, weil er mit dem TV Möhlin auf dem starken vierten Tabellenrang in der NLB steht. Sein Ziel für die Rückrunde sei, dass er mit der Mannschaft ­weiterhin oben mitspiele und dass er weiterhin zum Erfolg beitragen könne.

Will er denn auch die Marke von 300 Toren knacken? «Nein, das ist mir egal. Die Mannschaft steht im Vordergrund», sagt er bescheiden und meint, dass der Spass am Spiel nie verloren ­gehen darf. Am Samstag startet der TV Möhlin mit dem Gastspiel beim zwölftklassierten Biel ins neue Handballjahr. Wenn Pander weiterhin so trifft, wie bis anhin, wird ihm und dem TVM der Spass so schnell nicht vergehen.

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