FC Aarau
Neue Ansprüche im Brügglifeld: Warum Rang 5 am Saisonende eine Enttäuschung wäre

Der letzte Platz in der oberen Tabellenhälfte entsprach zu Beginn der Saison dem Saisonziel – mittlerweile wäre dieser aus guten Gründen zu wenig. Der Fokus beim FC Aarau liegt auf der Barrage, wobei auf dem Weg dahin die offensiven und defensiven Aussetzer abgestellt werden müssen.

Sebastian Wendel
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Shkelzen Gashi (rechts) strebt immer das Maximum an - und das ist für den FC Aarau in den verbleibenden zehn Partien die Barragequalifikation. Die Rückkehr des Sturmroutiniers hat die eh schon treffsichere FCA-Offensive zusätzlich gestärkt.

Shkelzen Gashi (rechts) strebt immer das Maximum an - und das ist für den FC Aarau in den verbleibenden zehn Partien die Barragequalifikation. Die Rückkehr des Sturmroutiniers hat die eh schon treffsichere FCA-Offensive zusätzlich gestärkt.

Marc Schumacher / freshfocus

Wäre Rang 5, den der FC Aarau nach 26 Spieltagen belegt, in der Abschlusstabelle gleichbedeutend mit einer erfolgreichen Saison? Zu Beginn der Spielzeit hätte man aus dem FCA-Lager als Antwort ein «Ja» erhalten – schliesslich riefen Präsident Philipp Bonorand, Sportchef Sandro Burki und Trainer Stephan Keller für die erste Saison nach dem Umbruch einen Rang in der oberen Tabellenhälfte zum Ziel aus.

Und heute, zehn Spieltage vor Schluss? Die AZ hat mit verschiedenen Akteuren gesprochen, der Tenor ist unmissverständlich: Rang 5 wäre aus heutiger Sicht eine Enttäuschung, zu wenig. Vielmehr peilen die Aarauer Rang 2 und somit die Qualifikation für die Barragespiele gegen den Neuntplatzierten der Super League an.

Vom Maximum zu träumen, sprich dem Direktaufstieg, wäre vermessen: Nach der 1:4-Niederlage vor zwei Wochen gegen GC ist der Rückstand auf den Tabellenführer aus Zürich auf zwölf Punkte angewachsen – eine in zehn Spielen und angesichts der Stabilität von GC nicht mehr einholbare Hypothek, zumindest nicht unter normalen Umständen.

Doch gegen die Barrage spricht ausser dem momentanen Fünf-Punkte-Rückstand auf das zweitplatzierte Thun nichts. Da wäre zum Beispiel die Bilanz gegen die Direktkonkurrenten: Die Thuner hat der FCA in zwei von drei Spielen geschlagen. Gegen Stade Lausanne-Ouchy (aktuell auf Rang 3) gab es bislang drei Unentschieden. Und den heutigen Gegner Schaffhausen hat Aarau auswärts besiegt, ehe es im Brügglifeld trotz spielerischer Dominanz und einem riesigen Chancenplus eine bittere 1:2-Niederlage setzte, das entscheidende Gegentor fiel dabei erst in der 93.Minute.

Aarau-Schaffhausen bereits um 16 Uhr

Ungewöhnliche Anspielzeit am Ostersamstag im Brügglifeld: Der FC Aarau und der FC Schaffhausen beginnen ihr Duell bereits um 16 Uhr. Der Grund ist die Live-Übertragung durch den TV-Sender "blue zoom" (frei empfangbar). Damit "blue" ab 18.15 Uhr ohne Challenge-League-Konkurrenz alle Super-League-Spiele übertragen kann, wurde die FCA-Partie vorgezogen. Wie gewohnt können Fans und Interessiertie das Geschehen auch via AZ-Liveticker verfolgen.

Warum Aarau nicht schon längst Barrage-Favorit ist

Spielerisch muss sich die Mannschaft von Trainer Stephan Keller vor keinem Gegner verstecken, zusammen mit Stade Lausanne-Ouchy praktiziert Aarau den attraktivsten Fussball in der Challenge League. Die Offensive ist mit bisher 47 Toren die beste der Liga und wurde zuletzt mit der Rückkehr von Shkelzen Gashi nach langer Krankheitspause nochmals gestärkt.

Doch so verrückt es vielleicht klingt: Es wären noch viel mehr Tore dringelegen. Die mangelnde Chancenverwertung und die (zu) vielen Aussetzer in der Defensive sind die Gründe, warum Aarau nicht schon längst der Kronfavorit auf die Barrage ist.

In den verbleibenden zehn Partien ab heute bis am 22. Mai geht es ans Eingemachte. Man könnte auch sagen: Nun beginnt die Saison erst richtig. Gelingt es dem jungen Aarauer Team, die Naivität abzulegen, in engen Partien die wenigen Torchancen zu verwerten und die individuellen Aussetzer vor dem eigenen Tor auf ein Minimum zu reduzieren, steht ihm die Tür zur Barrage und somit zur Chance auf den Aufstieg offen. Ein Sieg heute gegen das ebenfalls ambitionierte Schaffhausen heute im Brügglifeld wäre ein guter Anfang.