Fussball
AZ-Reporter Ruedi Kuhn kontert die Aussagen des FC Basel: «Ciriaco Sforza hat mir Gewalt angedroht»

Auf die Anschuldigungen von Ruedi Kuhn gegenüber Sforza hat der FC Basel mit einem Statement von CEO Roland Heri und Sforza selber reagiert. Kuhn widerspricht nun den Aussagen aus Basel.

Aargauer Zeitung
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Ciriaco Sforza entschuldigt sich für ein Fehlverhalten, von dem FC-Basel-CEO Roland Heri behauptet, es sei gar nicht passiert.

Ciriaco Sforza entschuldigt sich für ein Fehlverhalten, von dem FC-Basel-CEO Roland Heri behauptet, es sei gar nicht passiert.

Claudio Thoma / freshfocus

Am Donnerstag hat eine Enthüllung von AZ-Reporter Ruedi Kuhn im «FCA-Talk» grossen Wirbel ausgelöst. Kuhn erzählt, wie sein langjähriger Weggefährte und heutige Basel-Trainer Ciriaco Sforza ihm am Telefon Gewalt angedroht habe. Dies als Reaktion auf eine Kolumne, in der Kuhn Sforza das nötige Format für einen FCB-Trainer abspricht und ihn als «gespaltene Persönlichkeit» bezeichnet.

Kurze Zeit später habe sich Sforza erneut gemeldet, diesmal in freundlichem Ton. Sforza habe sich für seine Drohungen entschuldigt und Kuhn in einem längeren Gespräch aus seiner Sicht die schwierige Situation beim FC Basel erklärt, wo es seit Sforzas Amtsantritt drunter und drüber geht.

Tags darauf hat der FC Basel auf Ruedi Kuhns Anschuldigungen reagiert. CEO Roland Heri wird folgendermassen zitiert:

«In der Sendung ‹FC Aarau Talk› behauptete AZ-Reporter Ruedi Kuhn am 1. April 2021, dass Ciriaco Sforza ihn am Telefon mit folgenden Worten bedrohte: ‹Ruedi, wenn es dunkel ist und du draussen alleine unterwegs bist, ist es möglich, dass jemand von hinten kommt und dich niederschlägt›. Diesen Vorwurf weist Ciriaco Sforza entschieden zurück. Ja, am 13. März 2021 hat ein emotionales Telefonat zwischen Sforza und Kuhn stattgefunden (siehe Ciriaco Sforzas Aussage unten; die Red.). Den Vorwurf, dass unser Trainer dabei eine Drohung mit oben genanntem Wortlaut ausgesprochen hat, weist Ciriaco Sforza deutlich zurück. Zudem verurteilen wir die sehr verletzenden Aussagen von Herrn Kuhn, dass Ciriaco Sforza eine ‹gespaltene Persönlichkeit› habe, in aller Deutlichkeit.»

Zusätzlich zum Statement des FCB-CEO's wird in der Mitteilung auch Sforza selbst zum Sachverhalt zitiert. Unter anderem entschuldigt Sforza sich bei Kuhn für sein Fehlverhalten, obwohl zuvor Roland Heri sagt, es habe keine Drohungen gegenüber Kuhn gegeben. Das Sforza-Statement im Wortlaut:

«Ich möchte mich bei Ruedi Kuhn für mein emotionales Telefonat entschuldigen. Seine persönlichen Angriffe auf meine Persönlichkeit, die er als Journalist öffentlich ausgetragen hat, finde ich inakzeptabel. Das soll aber hier keine Ausrede für mein Fehlverhalten sein. Das war ein klares ‹No-Go›. Das habe ich auch sofort eingesehen und habe mich ein paar Minuten später bei ihm entschuldigt. Dies möchte ich hiermit in öffentlicher Form wiederholen.»

Ruedi Kuhn nimmt die Statements aus Basel zur Kenntnis und äussert sich folgendermassen:

«Die Mitteilung des FC Basel kommt insofern schräg daher, als dass Roland Heri zuerst betont, Ciriaco Sforza habe gegenüber mir keine Drohung ausgesprochen. Andererseits entschuldigt sich Sforza anschliessend für sein Fehlverhalten gegenüber mir und spricht von einem klaren ‹No-Go› seinerseits. Seine Entschuldigung ist gut gemeint, Ciriaco Sforza aber bleibt auf dem Weg zur Wahrheit auf halber Strecke stehen. Ich möchte nochmals betonen, dass die von mir geäusserten Anschuldigungen der Wahrheit entsprechen. Ciriaco Sforza hat mich am frühen Vormittag des 13. März zwei Mal angerufen. Im ersten Gespräch hat er die erwähnte Drohung ausgesprochen, kurz darauf hat er mich erneut angerufen, sich entschuldigt und als Grund für seinen Fehltritt die schwierige Situation beim FC Basel genannt.»