Es ist der Moment, vor dem es jeden Fan von TV-Serien graut. Ob nun «Game of Thrones», «House of Cards» oder «The Walking Dead»: Woche für Woche schauen sich Serienjunkies die neuste Folge ihrer Lieblingsserie an. Zwischen den Sendeterminen stellen sie zusammen mit Gleichgesinnten Theorien zur möglichen Weiterentwicklung der Geschichte auf.

Dasselbe konnten die Fans des FC Aarau in den vergangenen fünfeinhalb Monaten ebenfalls machen. Doch damit ist seit gestern Abend Schluss: Denn mit der 1:2-Niederlage gegen Lausanne-Sport endete für den Super-League-Absteiger die Serie von 15 Partien ohne Niederlage in Serie. Seit dem 0:2 auswärts gegen Neuchâtel Xamax am 21. November 2015 hatten FCA-Captain Sandro Burki und Co. nicht mehr verloren.

Nach der Partie FC Aarau - FC Lausanne-Sport: Interviews mit Olivier Jäckle und mit Cheftrainer Marco Schällibaum

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Neun Siege und sechs Unentschieden – inklusive der mittlerweile annullierten Rückrundenpartien gegen den in den Konkurs geschickten FC Biel – hatte sich der FCA zuletzt erspielt. Die letzte Heimniederlage vor Beginn der Erfolgsserie hatte der FCA ausserdem ausgerechnet gegen den gestrigen Gegner kassiert – 0:3 hatte die Partie Ende Oktober des vergangenen Jahres im Stadion Brügglifeld geendet. «Niederlagen tun immer weh. Je länger die Serie andauert, desto schmerzhafter ist es aber», sagt Captain Sandro Burki unmittelbar nach dem Schlusspfiff.

Dass die Serie der Aarauer ernsthaft in Gefahr ist, dürfte spätestens mit dem Treffer zum 2:0 für Lausanne durch den rechten Flügel Samuele Campo in der 53. Minute jedem der insgesamt 3440 Zuschauer im Stadion Brügglifeld klar geworden sein. Der rechte Flügel war der Aarauer Hintermannschaft nach einem klugen Pass von Spielmacher Xavier Margairaz – allerdings aus leicht offsideverdächtiger Position – enteilt und hatte Torhüter Steven Deana keine Chance gelassen. Zuvor hatte Nicolas Gétaz in der 33. Minute nach einem Eckball mit dem Kopf zur Führung des nun auch punktemässig feststehenden Aufsteigers getroffen. Dass dem Eckball ein ungeahndetes Foul von FCA-Verteidiger Kim Jaggy im Sechzehner vorausgegangen war, wurde so zur Makulatur.

Der FCA tat sich enorm schwer, gegen die stilsicher und zweikampfstark auftretenden Lausanner. Ein spürbarer Ruck ging erst durch die Mannschaft, als Stürmer Patrick Rossini mittels Penalty in der 68. Minute für das Heimteam verkürzen konnte. Verschuldet hatte den Strafstoss Lausannes Torschütze Gétaz mit einem Foul am enteilten Miguel Peralta, das er aber wohl knapp ausserhalb des Strafraums begangen hatte. «Da sind wir nochmals aufgekommen und hatten in der Folge auch noch unsere Chancen auf den Ausgleich», sagt Burki, hängt dann aber selbstkritisch an: «Alles in allem waren wir aber wohl zu wenig zwingend.»

Burki will «eine neue Staffel»

Im Gegensatz zu den Fans des FCA dürfen sich die Anhänger der eingangs genannten Serien glücklich schätzen: Ihre Serie wird sie auch weiterhin mit neuen Folgen in ihren Bann ziehen. «Doch», gibt Burki Entwarnung, «das mag nun das Ende einer Serie gewesen sein. Aber in ein paar Tagen geht die nächste Staffel los.» Der Captain und seine Teamkollegen haben bereits die Auswärtspartie beim FC Wil vom kommenden Freitag in Sicht. Und da geht es im Kampf um Platz zwei darum, den Rückstand auf die Ostschweizer möglichst zu verkürzen.

Das ist das Schöne am Sport: Im Gegensatz zu TV-Serien schafft jedes Ende einer Serie die Möglichkeit, bereits im darauffolgenden Spiel eine neue Staffel zu starten. In Hollywood müssen die Fans schlicht und einfach warten, ob die Produktionsfirma noch Geld für eine Fortsetzung springen lässt oder nicht.

Aarau - Lausanne-Sport 1:2 (0:1)

3440 Zuschauer. – SR Superczynski. - Tore: 33. Gétaz 0:1. 53. Campo 0:2. 68. Rossini (Foulpenalty) 1:2. – Bemerkungen: 84. Gelb-Rote-Karte Gétaz (Lausanne).

Die Partie im Liveticker

FC Aarau - Lausanne